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Internationale Pressestimmen:"Tuchel von seinen drei Tenören verraten"

Schwerer Gang: Thomas Tuchel (li.) holt sich auf Krücken die Medaille für den Verlierer des Finales ab.

(Foto: AFP)

Mitleid mit dem geschlagenen Pariser Ensemble, Hymnen auf Manuel Neuers Paraden: Das schreiben die Medien zum Finale.

Frankreich

Le Monde: "Paris Saint-Germain verpatzt sein Rendezvous mit der Geschichte."

Ouest France: "Paris hat alles versucht. Die Kollegen von Neymar haben sich zu tapsig angestellt, um die Heldentat zu schaffen."

Midi Libre: "Wie Saint-Etienne, wie Olympique Marseille, wie so viele andere, verlor PSG sein erstes Champions-League-Finale. Geschlagen von den Bayern, die lange Erfahrung mit großen Duellen haben."

Le Parisien: "Die Niederlage dürfte Paris nicht durcheinanderwürfeln. Der Verein will seinen Weg fortsetzen und wachsen. Der Fluch, der auf französischen Mannschaften im Endspiel lastet, geht weiter."

Italien

Gazzetta dello Sport: "Nach sieben Jahren ist der FC Bayern wieder Europas König. Die Mannschaft springt auf den Thron, nachdem sie alle Champions-League-Spiele gewonnen hat. Im entscheidenden Moment ist Tuchel von seinen drei Tenören verraten worden. Neymar, Mbappé und Di Maria sind Stars, die nicht glänzen, auch wenn sie gelegentlich wunderbar spielen."

Corriere dello Sport: "Die Gruppe zählt mehr als die Solisten, das Team siegt über einzelne Talente. Das ist der Sieg einer Mannschaft, die Jahr für Jahr Erfolge aufbaut und nicht 400 Millionen Euro für zwei Stars wie Neymar und Mbappé ausgibt."

Spanien

El País: "Die ungewöhnlichste Champions League in der Geschichte, die erste ohne Fans auf der Tribüne, endete mit der alten Fußballordnung, die von den Bayern repräsentiert wurde."

Marca: "Neuer wurde zum Lebensretter. Unglaubliche Abschlussfehler von Neymar und Mbappé, solche Chancen dürft ihr nicht versemmeln. Bitter für PSG: Man investiert über die Jahre 1,2 Milliarden Euro für den Titel und ausgerechnet der frühere Jugendspieler Coman haut sie weg."

AS: "Bayern ist ohne Zweifel der unumstrittene König von Europa. 100 Prozent Bayern, der bayerische Motor läuft wieder."

El Mundo Deportivo: "Die Sicherheit des ewigen Manuel Neuer hat einen großen Anteil an dem Sieg. Kimmich ist der totale Spieler. Bayern präsentierte sich einfach als Team besser."

England

The Sun: "Sie ist durch Europa gedonnert, diese unwiderstehliche Mannschaft von Bayern München. Sie haben Londons Topteams Tottenham und Chelsea überrollt und dabei 17 Tore erzielt. Sie haben die großartige Fußballinstitution Barcelona in einem Acht-Tore-Angriff zerstört. Auch als in diesem Finale Geduld nötig war, setzte sich der FC Bayern gegen die Mannschaft mit den beiden teuersten Fußballern der Welt durch."

Guardian: "Was für ein Saisonabschluss für Kingsley Coman und noch mehr für Trainer Hansi Flick. Das ist Flicks erster Job als Cheftrainer. Der Neustart, den Flick betreut hat, war geradezu erstaunlich."

Telegraph: "Dieses Kunststück ist vor allem Flick zuzuschreiben. Der Klub war an einem Tiefpunkt, als er im November Niko Kovac nach einer 1:5-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt ablöste. Jetzt hat er Jupp Heynckes das Triple nachgemacht und seine zehnmonatige Verwandlung mit dem Bundesligatitel, dem Pokal und dem begehrtesten aller Preise abgeschlossen. Mit 55 ist das ein beachtliches Comeback für einen Mann, der bisher die meiste Zeit seiner Karriere am Rand verbracht hat."

Niederlande

Trouw: "Das Eliteturnier erhält den bestmöglichen Sieger: FC Bayern. 14 Monate nach den ersten Spielen hat die Champions League den logischsten Sieger. München war im gesamten Turnierverlauf nicht zu schlagen. Im Finale gegen das überraschend zähe Paris war Bayern das wirklich beste und effizienteste Team."

De Volkskrant: "Bayern ist im Augenblick einfach das beste Team. Langsam, aber sicher fraß das immer hungrige Bayern München den Gegner Paris auf."

Österreich

Kurier: "Ein Mann stand im Mittelpunkt, dem vor diesem Final-Duell nur wenig Beachtung geschenkt wurde: Kingsley Coman. Bayern-Coach Hansi Flick hatte den pfeilschnellen Franzosen, der zuletzt nur Ersatz war, überraschend in der Startelf aufgeboten. Und dieser Schachzug sollte sich bezahlt machen."

USA

The Washington Post: "Kingsley Coman, ein Pariser, traf früh in der zweiten Halbzeit. Manuel Neuer, der brillante Torwart, stellte sicher, dass die Führung hielt."

Schweiz

Tagesanzeiger: "Würdiger hätte ein Sieger nicht sein können. Die Münchner haben alle elf Partien für sich entschieden und dabei 43 Tore erzielt. Sie sind der erste ungeschlagene Champion seit Manchester United 2007/08. Auch die Corona-Pause konnte dem deutschen Rekordmeister nichts anhaben: Seit dem Restart Mitte Mai gewann Bayern alle 15 Spiele."

© SZ vom 25.08.2020 / sid, dpa
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