Halbfinale:Italien im Halbfinal-Klassiker gegen Deutschland

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Gianluca Zambrotta hat seinem mit dem Tod ringenden Freund Gianluca Pessotto den versprochenen Sieg und Italien das Traum-Halbfinale gegen Deutschland beschert.

Gianluca Zambrotta hat seinem mit dem Tod ringenden Freund Gianluca Pessotto den versprochenen Sieg und Italien das Traum-Halbfinale gegen Deutschland beschert.

Der Verteidiger von Juventus Turin markierte am Freitag in Hamburg schon nach sechs Minuten nicht nur den ersten Treffer beim 3:0 (1:0) der Italiener gegen WM-Neuling Ukraine, sondern war auch der überragende Spieler auf dem Platz beim bisher besten Turnierauftritt der Azzurri.

Das Tor widmete er seinem Ex-Mitspieler Pessotto, der seit seinem Selbstmordversuch am Dienstag in Lebensgefahr schwebt und den er auch bereits in der Klinik besucht hatte.

Große Duelle

Torjäger Luca Toni vom AC Florenz (59./69.) sorgte mit seinen ersten WM-Treffern vor 50.000 Zuschauern für den Endstand und damit für das Viertelfinal-Aus des WM-Debütanten aus Osteuropa.

In der Runde der letzten Vier kommt es am Dienstag in Dortmund zum fünften Mal zum WM-Duell der dreimaligen Weltmeister Italien und Deutschland. Die Bilanz gegen den WM-Gastgeber ist positiv: Zwei Mal gewannen die Italiener, zwei Mal trennten sich die Mannschaften unentschieden.

Mit dem letzten Sieg gegen ein deutsches Team im Finale 1982 in Madrid holte sich Italien seinen bisher letzten Titel. Der Halbfinal-Einzug der "Squadra Azzurra" ist Balsam für die Seele der Tifosi, die nach dem Fußball-Skandal um Juventus Turin und dem Drama um Pessotto endlich wieder Grund zum Jubeln haben. Einige Zuschauer hatten Trainsparente mit der Aufschrift "Pessotto im Herzen".

In der ersten Halbzeit machte die Ukraine den Italienern das Leben sehr leicht. Ukraines Trainer Oleg Blochin schickte gleich sieben Defensiv-Künstler auf das Feld und bot in Andrej Schewtschenko nur eine Spitze auf.

Hackentrick

Zwar berief auch sein Gegenüber Marcello Lippi im besten Serie-A-Torschützen Toni nur einen Stürmer in die Anfangsformation, doch dank seiner starken Mittelfeld-Reihe konnte er offensiver spielen.

Schon nach sechs Minuten durfte Lippi über das früheste Tor seiner Mannschaft bei dieser WM jubeln: Nach einem Hackentrick von Francesco Totti schnappte sich Verteidiger Zambrotta den Ball, zog aus 20 Metern ab und ließ Ukraines Torwart Alexander Schowkowski keine Chance.

In der Folgezeit kontrollierte Italien vor allem dank des starken Regisseurs Totti Spiel und Gegner, machte aber zu wenig aus seiner Überlegenheit. Ukraine-Trainer Blochin reagierte und brachte nach 20 Minuten in Andrej Worobej für Wjatscheslaw Swiderski einen offensiven Mann. Das Spiel der Ukrainer wurde aber nicht besser.

Schewtschenko, der zur neuen Saison nach sieben Jahren beim AC Mailand zum FC Chelsea wechselt, war bei seinen ehemaligen Serie-A-Kollegen abgemeldet. Nach der Pause wurde die Ukrainer endlich mutiger und kamen auch gleich zu Möglichkeiten.

Nur der Pfosten

Andrej Gussin (50.) traf mit seinem Kopfball nur den Pfosten. Acht Minuten später rettete Torwart Gianluigi Buffon gegen Oleg Gussew, anschließend wehrte Zambrotta den Schuss von Maxim Kalinitschenko ab.

Mitten in diese Drangphase fiel Tonis 2:0 (59.), erneut nach Vorarbeit des immer stärker werdenden Totti. Zwar hatte Gussin (62.) erneut Pech mit einem Kopfball an die Latte, doch die Italiener ließen sich nicht mehr aus dem Konzept bringen. Der überragende Zambrotta bereitete auch den dritten Treffer vor. Toni (69.) ließ sich auch die Chance nicht entgehen.

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