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Futsal:Brasilien - Ukraine

Der SSV Jahn Regensburg erreicht das Endspiel um die deutsche Meisterschaft und trifft dort auf den VfL 05 Hohenstein-Ernstthal.

Von Johannes Kirchmeier

Als Leonardo Dias Ceresa den Ball auf den Hallenboden legte, um in der Regensburger Nordhalle zum entscheidenden Sechsmeter anzutreten, da war sich Abteilungsleiter Oliver Vogel an diesem turbulenten Samstag endlich sicher: "Das kann eigentlich nicht danebengehen." Er behielt recht: Der dritte Torhüter des SSV Jahn 1889 Futsal lief zackig an, um noch zackiger zu treffen. Sein Rechtsschuss landete im rechten Toreck. Der Jahn entschied damit das Sechsmeterschießen im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft für sich. 9:8 (2:4, 5:5) besiegten die Oberpfälzer die Hamburg Panthers.

Zuvor sah es jedoch bis in die letzte Spielminute so aus, als würden sich die favorisierten Rekordmeister aus Hamburg (Meister von 2012 bis 2016) durchsetzen: Nach der 1:0-Führung der Regensburger drehten die Hamburger das Spiel, weil sie die Jahn-Spieler früh attackierten, führten lange 4:1, später dann 5:3, doch die Ostbayern kamen, angetrieben von den lauten "SSV"-Rufen der Fans stets zurück. Auch weil die Hamburger ihr intensives Spiel nicht durchhielten, am Ende nur noch zu viert vor ihrem Torhüter verteidigten. Regensburg nahm dagegen in den Schlussminuten, beim Stand von 4:5, ähnlich wie beim Eishockey den Torhüter aus dem Spiel und kombinierte mit einem Mann mehr vor seinen Anhängern, unter denen auch Vogel stand. Still sitzen konnte der Abteilungsleiter die ganze Partie über nicht, so nervös war er im wichtigsten Spiel der erst zweijährigen Geschichte der Jahn-Futsaler.

Nun, zwei Tage nach dem Endspieleinzug, sagt er: "Jetzt holen wir die deutsche Meisterschaft. Nach dem Sieg gegen den Titelträger kannst du nicht mehr sagen, dass du nur Außenseiter bist." Ist der SSV wohl auch nicht: Ihm steht ein ähnlich spannendes Spiel wie das gegen Hamburg bevor, wenn er am 29. oder 30. April beim VfL 05 Hohenstein-Ernstthal (Sachsen) antritt, der in eine größere Halle in Zwickau ausweichen wird und sein Halbfinale gegen den FC Fortis Hamburg mit 5:3 gewann.

So wie die Regensburger wegen ihres brasilianischen Spielertrainers Lucas Silveira Kruel auf einige Brasilianer setzen, setzen die Konkurrenten dank ihres ukrainischen Trainers auf ukrainische Fußballer. Sie haben sich vor der Finalrunde noch einmal verstärkt, weil sie ähnlich fokussiert auf ihren ersten Titel sind wie Vogels Regensburger.

© SZ vom 18.04.2017

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