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Fußballpolitik:Zwist in der DFL

Geschäftsführer Christian Seifert hat die in der Deutschen Fußball-Liga vereinten 36 Profi-Klubs aus erster und zweiter Liga zur Geschlossenheit ermahnt. Karl-Heinz Rummenigge kritisiert derweil Teams aus dem Mittelstand.

Von Javier Cáceres, Berlin

Geschäftsführer Christian Seifert hat die in der Deutschen Fußball-Liga zusammengeschlossenen 36 Profi-Klubs aus erster und zweiter Liga zur Geschlossenheit ermahnt. Die Ereignisse der vergangenen Monate dürften sich nicht fortsetzen, sagte Seifert bei der DFL-Generalversammlung am Mittwoch in Berlin. Unter den Klubs war ein heftiger Kampf um die Plätze im neuen Präsidium sowie insbesondere den Einfluss der mittelgroßen und kleineren Klubs entbrannt. Diese waren letztlich erfolgreich. Das neue DFL-Präsidium, das unter anderem über die Verteilung der TV-Gelder entscheidet, besteht nun aus DFL-Geschäftsführer Seifert als Sprecher, Peter Peters (Schalke 04) als stellvertretendem Sprecher, Oliver Leki (SC Freiburg), Steffen Schneekloth (Holstein Kiel), Jan-Christian Dreesen (FC Bayern), Alexander Wehrle (1. FC Köln), Rüdiger Fritsch (Darmstadt 98), Oke Göttlich (FC St. Pauli) sowie DFL-Direktor Ansgar Schwenken.

Am Dienstagabend hatte Dortmunds Klubchef Hans-Joachim Watzke seine Kandidatur zurückgezogen, weil es unter den Erstligisten offenkundig keine Mehrheit dafür gab, einen Dortmunder und einen Münchner Funktionär ins Führungsgremium zu wählen. In den vergangenen zwölf Jahren waren stets beide Vereine vertreten gewesen, der BVB durch den scheidenden Präsidenten Reinhard Rauball, der FCB durch wechselnde Funktionäre.

Das Ergebnis nun verärgerte nicht nur die Dortmunder, sondern auch die Münchner. FCB-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge machte deutlich, wie wichtig er es gefunden hätte, Watzke in den Gremium zu sehen - und kritisierte den Wahlkampf der mittelgroßen und kleineren Klubs. Es sei ihnen auf die Nerven gegangen, dass sich eine Vielzahl an Klubs separat getroffen hätte, das habe er so noch nie erlebt. Die Warnung, die Seifert ausgesprochen habe, sei insbesondere an die Initiatoren dieser Treffen gerichtet gewesen. Seine Botschaft an den Mittelstand der Liga sei es, "schnellstens wieder in den Kreis zurückzukehren und sich nicht zu separieren", erklärte Rummenigge.

© SZ vom 22.08.2019
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