Radsport Drei Armstrong-Weggefährten lebenslang gesperrt

Drei frühere Helfer von Lance Armstrong werden von der amerikanischen Anti-Doping-Agentur gesperrt. Die Strafe gegen Real-Coach Mourinho wird aufgehoben. Mark Webber verlängert seinen Vertrag bei Red Bull und fährt damit weiter an der Seite von Sebastian Vettel. Karl-Heinz Rummenigge kritisiert den TV-Job von Bayern-Regionalliga-Trainer Mehmet Scholl.

Sportnachrichten in Kürze

In den Dopingermittlungen um Lance Armstrong und das frühere Radteam US Postal haben drei Beschuldigte eine lebenslange Sperre akzeptiert.

(Foto: dapd)

Radsport: Drei langjährige Weggefährten des Tour- Rekordsiegers Lance Armstrong sind wegen Dopingverstrickungen von der US-Anti-Doping-Agentur USADA lebenslang gesperrt worden. Der frühere Radsport-Teamarzt Luis Garcia del Moral, der umstrittene italienische Mediziner Michele Ferrari und Betreuer Jose Marti hätten die Frist für eine Schiedsgerichts-Verhandlung verstreichen lassen, teilte die Behörde mit. Dem Trio wird der Besitz von und der Handel mit leistungssteigernden Substanzen wie Steroiden, EPO und Wachstumshormonen zwischen 1999 und 2007 vorgeworfen. "Diese Individuen dauerhaft aus dem Sport zu verbannen, ist eine starke Aussage, die diese und kommende Generationen von Athleten vor ihrem Einfluss schützen kann", sagte USADA-Geschäftsführer Travis Tygart laut der Mitteilung. Die drei Männer hatten zuvor jegliches Fehlverhalten abgestritten, die Möglichkeit für eine Schiedsgerichts-Verhandlung jedoch nicht genutzt. Der Bann soll weltweit gelten. Gegen ein weiteres Trio, darunter Armstrong, wird ebenfalls in dem Verfahren ermittelt. Die Spanier del Moral und Marti sowie Ferrari hatten in unterschiedlichen Phasen der Karriere von Armstrong mit dem siebenmaligen Sieger der Tour de France zusammengearbeitet.

Fußball, Real Madrid: Trainer José Mourinho vom spanischen Fußball-Rekordmeister Real Madrid kommt nach seiner Augenstecher-Attacke gegen Tito Vilanova vom FC Barcelona in der vergangenen Saison ohne Strafe davon. Wie der spanische Fußball-Verband RFEF am Dienstag mitteilte, ist die Sperre über zwei Spiele im Supercup genauso aufgehoben wie die Sanktion gegen Vilanova, der für ein Spiel gesperrt worden war. Mourinho hatte den damaligen Assistenz-Trainer Vilanova, der inzwischen den Chef-Trainerposten von Josep Guardiola übernommen hat, in der Nachspielzeit bei der 2:3-Niederlage im Supercup-Rückspiel am 17. August 2011 in Barcelona am Spielfeldrand attackiert und ihm seinen Finger ins Auge gebohrt. Vilanova hatte sich mit einem Schlag an Mourinhos Hinterkopf revanchiert. Barcelonas Präsident Sandro Rosell hatte allerdings bereits vor der Bekanntgabe angekündigt, bei einem Freispruch Mourinhos auf Konfrontationskurs mit dem RFEF zu gehen: "Wir werden nicht akzeptieren, dass eine Aggression gegen unseren Trainer ungeahndet bleibt."

Tennis, Stuttgart: Die deutschen Tennis-Profis Tommy Haas, Björn Phau und Tobias Kamke haben beim ATP-Turnier in Stuttgart das Achtelfinale erreicht. Haas siegte bei seinem Auftaktmatch auf dem Weissenhof am Dienstag mit 4:6, 6:2, 6:2 über den russischen Qualifikanten Igor Andrejew. Phau schlug den Österreicher Martin Fischer 6:3, 6:3. Und Kamke setzte sich gegen Flavio Cipolla aus Italien mit 6:3, 6:4 durch. Ausgeschieden sind dagegen Robin Kern mit 6:7, 2:6 gegen den Brasilianer Thomaz Bellucci und Julian Reister mit 2:6, 4:6 gegen den Franzosen Jeremy Chardy. Philipp Petzschner musste seinen Einzel-Start in Stuttgart gegen den Franzosen Benoit Paire sogar absagen. Petzschner verletzte sich im Garten seines Hauses in Pulheim bei einem Fußballspiel anlässlich des elften Geburtstages seines Sohnes Aziz.

Formel 1, Red Bull: Mark Webber wird auch im kommenden Jahr an der Seite von Formel-1-Doppelweltmeister Sebastian Vettel für Red Bull starten. Der 35-jährige Australier verlängerte seinen Vertrag mit dem österreichischen Rennstall um ein weiteres Jahr bis Ende 2013. Das gab Red Bull zwei Tage nach dem Sieg von Webber beim Großen Preis von Großbritannien am Dienstag in einer Pressemitteilung bekannt. Webber fährt seit 2007 für Red Bull und meinte: "Wir sind über die Jahre zusammengewachsen. Es fühlt sich absolut richtig an, eine weitere Saison bei Red Bull zu bleiben."

Bundesliga, FC Bayern: Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat Kritik am TV-Job von Mehmet Scholl geübt. "Er ist Angestellter des FC Bayern. Ich sehe da eine gewisse Problematik", sagte der Vorstandsvorsitzende des deutschen Fußball-Rekordmeisters der Sport Bild: "Ich habe Mehmet in einem Gespräch kürzlich gesagt, dass ich das nicht glücklich finde." Allerdings habe Präsident Uli Hoeneß Scholl das TV-Engagement zugestanden. Scholl, der bei den Münchnern das Regionalliga-Team trainiert, ist bei der ARD als TV-Experte im Einsatz. Bei der EM hatte er für Aufsehen gesorgt, als er Bayern-Stürmer und Siegtorschütze Mario Gomez nach dem mühsamen Auftaktsieg gegen Portugal (1:0) mangelnde Einsatzbereitschaft vorgeworfen hatte. "Ich hatte zwischendrin Angst, dass er sich wund gelegen hat, dass man ihn wenden muss", lautete die viel diskutierte Kritik Scholls. Diese hatte auch beim FC Bayern für Verärgerung gesorgt.

Fußball, Transfers:1860 München hat den griechischen EM-Teilnehmer Grigoris Makos verpflichtet. Der defensive Mittelfeldspieler kommt von AEK Athen und erhielt einen Zweijahresvertrag, teilten die "Löwen" am Dienstag mit. "Er ist ein absoluter Teamspieler, ein Allrounder, der in erster Linie dafür sorgen soll, dass wir wenig Gegentore bekommen", sagte Trainer Reiner Maurer. Am kommenden Montag soll der 25-Jährige mit der Mannschaft ins zweite Trainingslager starten.

Fußball, polnische Nationalmannschaft: Waldemar Fornalik tritt die Nachfolge von Franciszek Smuda als polnischer Nationaltrainer an. Das teilte Verbandspräsident Grzegorz Lato nach einer Sitzung am Dienstag mit. "Es war eine lange Diskussion und keine einstimmige Entscheidung. Es gab aber eine deutliche Mehrheit", sagte der WM-Torschützenkönig von 1974. Fornalik hatte in der vergangenen Saison Ruch Chorzow überraschend zur polnischen Vize-Meisterschaft geführt. Smudas Vertrag war nach dem enttäuschenden EM-Vorrunden-Aus im eigenen Land nicht verlängert worden. Als Nachfolger für Smuda hatte Lato auch den ehemaligen Bundestrainer Berti Vogts ins Gespräch gebracht. Fornalik setzte sich bei der Abstimmung gegen zwei weitere Kandidaten durch und wird das Team erstmals am 15. August beim Länderspiel in Estland betreuen.

Radsport, Lance Armstrong: Die von Lance Armstrong eingereichte Klage gegen die US-Anti-Doping-Agentur USADA ist nach nur wenigen Stunden abgewiesen worden. Richter Sam Sparks bezeichnete die Klageschrift als "überlang und polemisch", gibt dem siebenmaligen Tour-de-France-Sieger aber die Chance zu einer Überarbeitung. Innerhalb von 20 Tagen kann der 40-jährige Amerikaner beim Gericht in Austin/Texas eine neue Version einreichen, in der "kurz und klar detaillierte Fakten" dargelegt werden sollen. Das aktuelle Schreiben komme einer PR-Maßnahme gleich. "Wir werden ein Format vorlegen, dass den Anforderungen von Richter Sparks entspricht", sagte Armstrongs Rechtsanwalt Tim Herman unmittelbar nach der Entscheidung gegenüber der Washington Post. Spätestens am Mittwoch soll die verkürzte Neufassung vorliegen. Die erste Klageschrift umfasste 80 Seiten. Armstrong hatte sich dafür entschieden, gerichtlich gegen die Ermittlungen der USADA gegen seine Person vorzugehen. Die Klage bezichtigt die USADA, das verfassungsmäßige Recht eines Athleten auf eine faire Verhandlung zu verletzten. Außerdem sprechen Armstrongs Anwälte der Agentur die Zuständigkeit in dieser Angelegenheit ab, diese liege einzig beim Radsport-Weltverband UCI.

Bundesliga, Transfer: Der FC Augsburg ist nach der Vertragsauflösung mit Akaki Gogia noch einmal auf dem Transfermarkt tätig geworden. Wie der Verein am Dienstag mitteilte, wurde Offensivspieler Giovanni Sio vom VfL Wolfsburg für ein Jahr bis zum 30. Juni 2012 ausgeliehen. "Ich bin überzeugt, dass ich mich beim FC Augsburg optimal weiterentwickeln und dann auch der Mannschaft weiterhelfen kann, die gesteckten Ziele zu erreichen", sagte der 23-jährige Franzose. Im Januar 2012 war er vom FC Sion zum VfL Wolfsburg gewechselt. Dort absolvierte er neun Bundesliga-Einsätze. "Mit Giovanni Sio sind wir in der Offensive auch auf jeder Position doppelt besetzt, weil er im Zentrum, aber auch auf den Außenbahnen einsetzbar ist", betonte Trainer Markus Weinzierl. Bei der Vertragsauflösung mit dem ebenfalls vom VfL Wolfsburg ausgeliehenen Gogia war der Verein nach eigenen Angaben dem Wunsch des Spieles nachgekommen.

Fußball, Wettverbot: Die Uefa hat Profi Jack Wilshere vom FC Arsenal wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Wettverbot verwarnt. Der europäische Fußballverband erklärte, er habe die Verwarnung gegen Wilshere aufgrund von Twitter-Beiträgen während eines Champions-League-Spiels aus dem vergangenen Dezember ausgesprochen. Damals hatte der während der gesamten Saison verletzte Profi auf dem Online-Dienst geschrieben, er würde einiges darauf setzen, dass sein Teamkollege Emanuel Frimpong das erste Tor gegen den griechischen Klub Olympiakos Piräus schieße. Als Frimpong einen Treffer knapp verfehlte, schrieb Wilshere: "Frimmy hat mir gerade fast einiges Geld eingebracht!" Später schrieb Wilshere, er sei sich bewusst, dass die Uefa-Regeln Wetten auf das eigene Team verbieten würden, daher habe er in Wirklichkeit gar kein Geld gesetzt. Laut Uefa wurde die Verwarnung auf Beschluss des Disziplinarausschusses bereits im Mai ausgesprochen.

Geisterspiel für den Karlsruher SC: Die in die 3. Liga abgestiegenen Badener müssen ihr erstes Heimspiel der neuen Saison am 28. Juli gegen den Halleschen FC unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen. Das entschied das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Montag nach einer mündlichen Verhandlung. Damit folgte das Gremium dem Antrag des Kontrollausschusses, der wegen unsportlichen Verhaltens der KSC-Anhänger in fünf Fällen ermittelt hatte. "Das Urteil hat generalpräventive Bedeutung. Zuschauerausschreitungen haben an Zahl und Umfang erheblich zugenommen. Eine Geldstrafe oder ein Teilausschluss für ein Spiel in der 3. Liga hätten als Strafmaß nicht ausgereicht", sagte Hans E. Lorenz, der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts. Gegen das Urteil kann der Karlsruher SC binnen einer Woche Berufung vor dem DFB-Bundesgericht einlegen. Geahndet wurden vom Sportgericht insbesondere die Vorkommnisse beim Relegations-Rückspiel des KSC gegen Jahn Regensburg am 14. Mai 2012, als etwa 200 Karlsruher Zuschauer nach Spielende teilweise gewaltsam das Spielfeld stürmten, Pyrotechnik abbrannten und Ordner angriffen.

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