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Fußball-Bundesliga: Werder Bremen:Born tritt zurück

Nach neuerlichen Vorwürfen über dubiose Zahlungen bei Spielertransfers hat Bremens Geschäftsführer Jürgen Born sein Amt niedergelegt - beteuert aber weiter seine Unschuld.

Werder Bremens Geschäftsführer Jürgen Born ist mit sofortiger Wirkung von seinen Ämtern beim Fußball-Bundesligaclub zurückgetreten. Das teilte der 68-Jährige am Freitag mit. Born zog einen Tag nach dem Bremer 1:0-Sieg im Uefa-Cup gegen St. Etienne die Konsequenzen aus neuerlichen Veröffentlichungen in südamerikanischen Medien, die auch seinen Sohn Maximilian Born belasten. Vater und Sohn wird vorgeworfen, bei Spielertransfers Geld erhalten zu haben. Als neuer Vorsitzender der Geschäftsführung leitet Klaus Allofs die Geschicke des viermaligen deutschen Meisters.

Werders Geschäftsführer Jürgen Born ist zurückgetreten.

(Foto: Foto: dpa)

"Aufgrund der Tatsache, dass ich erneut Gegenstand von Berichten im Zusammenhang mit Finanztransaktionen der peruanischen Firma 'Image' bin, werde ich meinen ohnehin zum Jahresende geplanten Rückzug aus der Geschäftsführung von Werder Bremen vorziehen. Ich gebe meine Ämter ab sofort endgültig ab. Ich kann aber versichern, dass ich keinerlei unerlaubte finanzielle Vorteile auf Kosten der Werder Bremen GmbH & Co KG aA gezogen habe", teilte Born in einer Erklärung des Vereins mit. Der Nachweis erfordere jedoch einige Zeit. Daher möchte er Werder von unnötigen Belastungen frei halten.

Werders Aufsichtsrats-Vorsitzender Willi Lemke erklärte: "Das war eine folgerichtige Entscheidung von Jürgen Born." Die eingeleitete Untersuchung der Vorgänge durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft werde der Verein aber auf jeden Fall durchführen lassen. Born stand seit Mai 1999 an der Spitze des Vereins. Er hält sich derzeit laut Werder-Angaben in Südamerika auf.

Lemke betonte, dass die bereits am vergangenen Montag erfolgte Neuordnung der Zuständigkeiten innerhalb der Geschäftsführung bis auf weiteres Bestand haben werde. Ex-Nationalspieler Allofs als neuer Vorsitzender der Geschäftsführung vertritt neben dem Profisport auch den Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Manfred Müller ist zusätzlich zu Marketing und Management auch für die Finanzen zuständig.Komplettiert wird die dreiköpfige Geschäftsführung durch Klaus-Dieter Fischer.

Quelle der Vorwürfe gegen Born ist das Scheidungsverfahren zwischen dem peruanischen Spielerberater Carlos Delgado und dem Modell Fiorella Faré, das nach eigenen Angaben 4000 Dokumente besitzt und einige über ihren Anwalt an einheimische Medien geben lässt. Nach Angaben der Zeitung La República soll Delgados Spieleragentur Image nicht nur Jürgen Born Geld beim Transfer von Roberto Silva im Jahr 2001 überwiesen haben, sondern auch dessen Sohn Maximilian bei der Vertragsverlängerung von Nelson Valdez im Jahr 2003. Das berichtete das Blatt unter Berufung auf die Anwälte des Modells Faré.