Formel 1 in Imola Schumacher bleibt der einzige Sieger der Saison

Michael Schumacher hat beim Ferrari-Heimspiel in Imola seinen roten Triumphzug fortgesetzt und 80.000 Tifosi in einen kollektiven Jubeltaumel gestürzt. Der Weltmeister feierte im vierten Rennen des Jahres den vierten Sieg und stellte seinen persönlichen Startrekord aus dem Jahr 1994 ein.

Vor 10 Jahren hatte er ebenfalls beim Großen Preis von San Marino seinen vierten Sieg in Folge gefeiert, der damals allerdings vom tödlichen Unfall des brasilianischen Formel-1-Idols Ayrton Senna überschattet wurde.

Schumacher setzte sich beim 24. und möglicherweise letzten San Marino-GP mit 9,7 Sekunden Vorsprung gegen den Engländer Jenson Button im BAR-Honda durch, der ihm am Samstag noch überraschend die Pole Position entrissen hatte und erstmals in seiner Karriere vom ersten Startplatz in ein Rennen gehen durfte.

Aber schon nach Buttons erstem Boxenstopp in Runde neun hatte Schumacher die Führung übernommen und bis ins Ziel nicht mehr abgegeben. Dritter wurde der Kolumbianer Juan Pablo Montoya im Williams-BMW.

Sein Teamkollege Ralf Schumacher musste sich mit Rang sieben begnügen, nachdem er sich elf Runden vor Schluss an vierter Stelle liegend nach einer Kollision mit dem angreifenden Fernando Alonso im Renault gedreht hatte. Der Spanier wurde Vierter vor dem Italiener Jarno Trulli im zweiten Renault.

Ein kleines Erfolgserlebnis gab es für die Silberpfeile von McLaren-Mercedes: Zum ersten Mal in dieser erreichten David Coulthard und Kimi Räikkönen beide das Ziel, der Vizeweltmeister aus Finnland, der nach einem Motorwechsel am Samstag vom letzten Platz gestartet war, holte als Achter seinen ersten WM-Punkt, wurde allerdings überrundet. Coulthard, der sich gleich in der ersten Kurve einen Ausritt ins Kiesbett geleistet hatte, wurde Zwölfter.

Für Michael Schumacher war es der sechste Sieg in Imola, seit 1999 stand immer ein Schumacher auf dem obersten Treppchen. 2001 hatte er nach einem Ausfall seinem Bruder Ralf gratuliert, der damals seinen ersten Grand-Prix-Sieg feierte. Für den großen Bruder war es am Sonntag der 74. GP-Triumph der Laufbahn. Beim nächsten Rennen in Barcelona am 9. Mai könnte der 35-Jährige gleich zwei Jubiläen feiern: sein 200. Rennen in der Königsklasse und Sieg Nummer 75.

Mit der Idealpunktzahl 40 führt Michael Schumacher die Gesamtwertung mit 16 Punkten Vorsprung vor seinem Teamkollegen Rubens Barrichello (24 Punkte) an, der in Imola nicht über Position sechs hinauskam. Button, der schon in Malaysia und Bahrain jeweils als Dritter auf dem Treppchen stand, rückte nach dem besten Resultat seiner Karriere bis auf einen Zähler an Barrichello heran.

In der Konstrukteurswertung baute Ferrari mit jetzt 64 Punkten seinen Vorsprung vor Renault (31) weiter aus. BMW-Williams und BAR (je 27) liegen weiterhin gleichauf auf Platz drei. Beim Start hatte Michael Schumacher im "Autodromo Enzo e Dino Ferrari" Platz zwei zunächst nur mit Mühe verteidigen. In den ersten Kurven griff Montoya ungestüm an, doch wurde vom Weltmeister in Gras gedrängt. Ralf Schumacher verhinderte ebenfalls mit einer Rallye-Einlage nur knapp eine Kollosion mit Montoya.

Überholmanöver in der neunten Runde

Nach den ersten Schrecksekunden arbeitete sich Michael Schumacher kontinuierlich an Button heran und überholte den Engländer bei dessen Stopp in Runde neun. Nach seinem ersten Reifenwechsel zwei Runden später blieb Schumacher vorn und sorgte schon da für Volksfeststimmung bei den ganz in rot gekleideten Ferrari-Fans.

Bei 20 Grad Lufttemperatur und einem starken Wind fuhr der Weltmeister fortan mit einer schnellsten Runde nach der anderen einen immer größeren Vorsprung heraus, nur Button konnte halbwegs folgen. Im Hinterfeld lieferten sich Ralf Schumacher und Ferrari-Pilot Rubens Barrichello ein heißes Duell um Platz fünf.

Nick Heidfeld leistete sich in Runde 19 einen spektakulären Ausrutscher, konnte jedoch weiterfahren, in Runde 51 kam aber dann doch das Aus für den Mönchengladbacher.

Die spannendste Szene eines ansonsten langweiligen Rennens spielte sich nach einem parallelen Reifenwechsel von Ralf Schumacher und Barrichello ab, als es in der Boxengasse beim Herausfahren fast zu einer Kollision kam. Kurze Zeit später verdrängte der BMW-Williams-Pilot Jarno Trulli im Renault von Position vier, die er jedoch nicht ins Ziel brachte.