Fecht-WM in Budapest Golubytskyi gewinnt mit blutiger Nase Silber

Carolin Golubytskyi verpasst bei der Fecht-WM die Goldmedaille, im Finale unterliegt sie der Italienerin Arianna Errigo. Reinhard Rauball wird als DFL-Präsident wiedergewählt. Tennisprofi Tommy Haas gibt auf.

Fecht-WM: Degen-Europameister Jörg Fiedler (Leipzig) ist bei Fecht-WM in Budapest im Achtelfinale ausgeschieden, der Leverkusener Falk Spautz greift dagegen überraschend nach einer Medaille. Der Weltranglisten-133. gewann gegen den Kanadier Vincent Pelletier 15:9 und braucht noch einen Sieg gegen den Russen Pawl Suchow zum zweiten deutschen Edelmetall der Titelkämpfe. Zuvor hatte der 23-Jährige den hochfavorisierten Schweizer und Weltranglistenzweiten Max Heinzer bezwungen. Fiedler unterlag dagegen dem Polen Radoslaw Zawrotniak 14:15 und musste die Träume von seiner ersten WM-Einzelmedaille begraben. Norman Ackermann (Tauberbischofsheim) war in der Runde der letzten 32 durch ein 8:15 gegen den ehemaligen Weltmeister Nikolaj Nowosjolow (Estland) ausgeschieden. Der Leipziger Steffen Launer war am Dienstag in der Qualifikation gescheitert. Am Mittwoch hatte Florettfechterin Carolin Golubytskyi mit Silber die erste deutsche Medaille der Titelkämpfe in der ungarischen Hauptstadt geholt. Als Ziel hat der Deutsche Fechter-Bund (DFeB) zweimal Edelmetall ausgegeben. Die WM läuft noch bis zum 12. August.

Fecht-WM: Florett-Fechterin Carolin Golubytskyi hat sich WM-Silber mit blutiger Nase geholt: Die EM-Dritte steckte in der Syma-Halle von Budapest selbst die härtesten Attacken der wenig zimperlichen Fecht-Konkurrenz weg und belohnte sich mit Mut, Durchhaltevermögen und Kaltschnäuzigkeit mit Rang zwei - ihr größter Einzelerfolg ihrer Laufbahn. Gold blieb der 27 Jahre alten Olympia-Zwölften verwehrt: Italiens Weltranglisten-Topfrau Arianna Errigo war beim 8:15 einfach zu stark für Golubytskyi, die nach der Niederlage mit müden Schritten von der Planche ging: Es war ein langer Weg an einem sehr langen Arbeitstag. Das 13:12 im Halbfinal-Sudden-Death gegen Italiens Olympiasiegerin Elisa di Francisca war streckenweise mehr ein Faust- denn ein Fechtkampf. Eine "brutale Aktion" warf der deutsche Sportdirektor Sven Ressel der Italienerin vor: "Wir sind tief erschüttert, wie sie vorgeht."

In der Vorschlussrunde musste Golubytskyi, die schon in London mit di Francisca heftig aneinandergeraten war, wegen eines Schlags auf die Nase minutenlang behandelt werden. Di Francisca sah Rot und erhielt einen Straftreffer zum 9:7 für Golubytskyi. Danach zog die Deutsche auf 12:7 davon, musste aber noch in die Verlängerung - und schlug eiskalt zu. Für den Deutschen Fechter-Bund ist es am ersten Entscheidungstag von Budapest die erste Medaille und zudem die erste im Florett-Dameneinzel bei einer WM seit Anja Schache 2005 in Leipzig.Damals gab es gleichfalls Silber.

Im Herrensäbel gewann der Russe Wenjamin Reschetnikow die Goldmedaille. Im Finale setzte er sich mit 15:13 gegen seinen Landsmann Nikolaj Kowalew durch. Bronze ging an Europameister Tiberiu Dolniceanu (Rumänien) und Olympiasieger Aron Szilagyi aus Ungarn. Bester Deutscher war der Dormagener Max Hartung auf Platz sechs. Er verlor im Viertelfinale 14:15 gegen Reschetnikow.

Das letzte Einhorn schlägt Haken

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DFL, Generalversammlung: Reinhard Rauball bleibt Präsident des Ligaverbandes und Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Fußball Liga (DFL). Der Präsident von Borussia Dortmund wurde am Mittwoch in Berlin bei der Generalversammlung der Profi-Clubs einstimmig für drei Jahre im Amt bestätigt. Rauball hatte keinen Gegenkandidaten. Der 66-Jährige führt den Ligaverband seit 2007 an. Der erste Vize-Präsident Peter Peters (Finanzvorstand Schalke 04) und der zweite Vize-Präsident Harald Strutz (Präsident Mainz 05) wurden ebenfalls ohne Gegenstimme im Amt bestätigt. Heribert Bruchhagen (Eintracht Frankfurt) und Karl Hopfner (Bayern München) wurden ebenfalls einstimmig und für weitere drei Jahre als Vertreter der Bundesliga in den Vorstand gewählt. Klaus Filbry (Werder Bremen) hatte zuvor auf eine Kandidatur verzichtet. Die 2. Bundesliga wird durch Helmut Hack (SpVgg Greuther Fürth) und Ansgar Schwenken (VfL Bochum) vertreten. Hermann J. Richter (Arminia Bielefeld) verzichtete auf die Kandidatur.

Zuvor hatten die Profi-Clubs den neuen Grundlagenvertrag mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) abgesegnet. Dieser regelt die Zusammenarbeit und Geldflüsse zwischen DFB und DFL. Dem neuen, bis 2017 gültigen Vertrag, muss noch der DFB-Bundestag im Oktober zustimmen.

America's Cup, Segeln: Die italienische Yacht Luna Rossa hat bei der Herausforderer-Runde des 34. America's Cups das erste Halbfinal-Duell gewonnen. In der Wettfahrt gegen das Team Artemis aus Schweden, das seine Premiere auf dem Wasser gab, setzte sich der Favorit in der Bucht von San Francisco wie erwartet durch. Im Ziel betrug der Vorsprung zwei Minuten. Für den Einzug ins Finale gegen das Team New Zealand, ungeschlagener Gewinner der Round Robin, sind vier Siege notwendig. "Wir sind wirklich sehr stolz", sagte Skipper Iain Percy. "Dass wir eine Woche nach der Einführung unseres Katamarans schon mit 20 Knoten um den Rennkurs segeln, übertrifft meine kühnsten Erwartungen", so Percy weiter. Artemis, dessen britischer Olympiasieger Andrew Simpson im Mai bei einem Trainingsunfall ums Leben gekommen war, nahm vor San Francisco zum ersten Mal mit dem neuen AC72-Katamaran "Big Blue" an einer Wettfahrt teil. Auf die Round Robin hatte die Crew verzichtet. Am Mittwoch (22.15 Uhr MESZ) findet das zweite Halbfinale statt, das Finale beginnt am 17. August. Dabei wird der Gegner des Titelverteidigers Oracle (USA) ermittelt. Die Finalregatten werden vom 7. bis zum 21. September ausgesegelt.

Testspiel, Real Madrid: Der frühere Weltfußballer Cristiano Ronaldo hat seinem Ex-Coach José Mourinho beim Wiedersehen zwei Treffer eingeschenkt und Real Madrid damit zu einem 3:1 (2:1) gegen den FC Chelsea im Finale des hochkarätig besetzten Vorbereitungsturniers "International Champions Cup" in den USA geschossen. In Miami spielten Reals deutsche Nationalspieler Sami Khedira und Mesut Özil über die komplette Distanz, Chelseas Neuzugang André Schürrle wurde in der 74. Minute eingewechselt. Vor 67.273 Zuschauer schoss Marcelo (14.) die Königlichen in Führung, Ramires (16.) glich aus. Ronaldo (31.) traf per Freistoß zum 2:1, drehte sich danach in Richtung Chelsea-Bank und deutete demonstrativ mit den Fingern auf sich. Der Superstar setzte schließlich auch den Schlusspunkt (57.).

Fußballverband, Sierra Leone: Isha Johansen ist in Sierra Leone als weltweit dritte Frau an die Spitze eines nationalen Fußball-Verbandes gewählt worden. Die 48-Jährige hatte bei ihrer Kür keinen Gegenkandidaten, nachdem die Regierung des westafrikanischen Landes drei weitere männliche Bewerber für den Posten des Verbandspräsidenten suspendiert und dafür vom Weltverband FIFA Unterstützung bekommen hatte. Johansen ist neben Lydia Nsekera aus Burundi die zweite amtierende Verbandschefin. Nsekera war im vergangenen Jahr als erste Frau in die FIFA-Exekutive aufgenommen worden. In Liberia führte vorübergehend Izetta Wesley den nationalen Verband.

Tennis, Montreal/Toronto: Tennisprofi Tommy Haas hat dem kräftezehrenden Programm der vergangenen Wochen Tribut zollen müssen. Der 35-jährige gebürtige Hamburger gab am Mittwoch in seinem Zweitrundenspiel beim ATP-Turnier in Montreal gegen Matinko Matosevic wegen Problemen mit der Schulter auf. Beim Stande von 0:5 im ersten Satz gegen den Australier beendete der Weltranglisten-Zwölfte das Match. "Es war nicht viel Zeit, sich ein bisschen zu erholen. Da war das Gefühl, dass ich keine Power mehr habe und es ein bisschen zu sehr schmerzt", sagte Haas, der in der Vorwoche in Washington erst im Halbfinale am Argentinier Juan Martin del Potro gescheitert war. Rafael Nadal feierte derweil eine erfolgreiche Rückkehr auf den Court. Der an Nummer vier gesetzte Spanier bezwang im ersten Spiel nach seinem überraschenden Erstrunden-Aus in Wimbledon Ende Juni Jesse Levine (Kanada) problemlos 6:2, 6:0. Nadal, der im März das ATP-Masters im kalifornischen Indian Wells gewonnen hatte, ist in der laufenden Saison auf Hartplatz noch ungeschlagen.

Beim WTA-Turnier in Toronto schied Mona Barthel als zweite deutsche Spielerin nach Angelique Kerber in der zweiten Runde aus. Die 23-Jährige aus Neumünster verlor bei der mit 2,369 Millionen Dollar dotierten Hartplatz-Veranstaltung der US-Amerikanerin Sloane Stephens mit 3:6, 6:4, 3:6. Tags zuvor hatte die Kielerin Kerber in drei Sätzen gegen Dominika Cibulkova aus der Slowakei den Kürzeren gezogen.