Fan-Randale:Mit Stangen

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Fan-Randale: Dumpfe Fan-Idiotie: Anhänger von Hertha BSC Berlin gehen mit Eisenstangen auf Polizisten los.

Dumpfe Fan-Idiotie: Anhänger von Hertha BSC Berlin gehen mit Eisenstangen auf Polizisten los.

(Foto: Martin Meissner/AP)

45 Verletzte bei Angriffen von Hertha-Fans auf Polizisten. "Das Ganze ist eine Katastrophe und eine bittere Stunde für den Fußball und die Hertha", sagt Berlins Manager Michael Preetz.

Von Ulrich Hartmann, Dortmund

45 Verletzte sowie zahlreiche Anzeigen gegen Fans des Bundesligisten Hertha BSC wegen Landfriedensbruchs, tätlichen Angriffs auf Polizisten und Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz - das ist die Bilanz von Ausschreitungen am Rande des Spiels zwischen Borussia Dortmund und Hertha BSC. "Das Ganze ist eine Katastrophe und eine bittere Stunde für den Fußball und die Hertha", sagte Berlins Manager Michael Preetz.

"15 Jahre Hauptstadtmafia", hatte in riesigen Buchstaben auf einem 30 Meter breiten und vier Meter hohen Stoffbanner der gleichnamigen Berliner Ultragruppierung gestanden. Man hätte dieses Transparent an der Brüstung des Berliner Fanblocks für einen Jubiläumsgruß halten können. Doch Banner von solchen Ausmaßen haben in Fanblocks oft einen nüchternen Zweck: Hinter ihnen verstecken Fans gern pyrotechnisches Material. Außerdem können sie dahinter jederzeit die Kleidung tauschen, was verhindern soll, dass sie auf den hochauflösenden Videoaufnahmen der Polizei identifiziert werden können.

Als das Spiel angepfiffen wurde, glühten im Hertha-Fanblock viele Leuchtfeuer auf, Rauchbomben vernebelten der gesamten Nordtribüne die Sicht. Nach zehn Spielminuten versuchte eine Hundertschaft behelmter Polizisten das Banner einzukassieren, was bei den Ultras Wut auslöste. Etwa 100 Zuschauer sprangen über die Brüstung und gingen - noch hinter dem Zaun zum Spielfeld - mit Eisenstangen auf die Polizisten los. Aus dem Fanblock wurden Leuchtfeuer auf die Polizisten geworfen. Die Polizei setzte Pfefferspray ein, 35 Personen wurden dadurch verletzt.

Aus dem Block der Dortmunder Ultras auf der gegenüberliegenden Seite wurde die Polizei zunächst mit Gesängen diffamiert. Später stellten die BVB-Ultras das Singen und Fahnenschwenken ein, offenbar, um sich mit den Berlinern zu solidarisieren. In der Pause zertrümmerten Berliner Fans zwei Toilettenräume des Stadions und bewarfen Polizisten mit den riesigen Keramikscherben der Urinale sowie mit ausgehebelten Türen.

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