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Doping im Sport:Selbst Obama ist geschockt

Alex Rodriguez, der bestbezahlte Baseballspieler der Geschichte und ehemalige Lover von Madonna, gibt zu, verbotene Substanzen genommen zu haben.

Amerika ist geschockt. Selbst der Präsident sprach von einer "deprimierenden" Nachricht. Das Doping-Geständnis vom Superstar der New York Yankees, Alex Rodriguez, gegenüber dem Sportkabelsender ESPN hat landesweit für Aufregung gesorgt. "Das sind deprimierende Neuigkeiten und sie bringen zusätzlich Unruhe in das ohnehin schon schwierige Thema MLB", meinte Barack Obama.

Alex Rodriguez

Alex Rodriguez gab zu, verbotene Substanzen genommen zu haben.

(Foto: Foto: dpa)

Der US-Präsident unterbrach am Nachmittag in Washington spontan seine Pressekonferenz, auf der er eigentlich über die nationale Rezession und die Auslandspolitik sprechen wollte. Doch statt über Wirtschaftskrise und Afghanistan zu diskutieren, redete er über Doping im Major League Baseball (MLB) - mal wieder.

"Die Enthüllungen trüben eine ganze Baseball-Ära. Und das ist schade, denn ich denke, es haben eine ganze Menge Profis ohne Doping gespielt", so Obama, der als großer Baseballfan gilt und wie sein Herausforderer John McCain bereits im Präsidentschaftswahlkampf schärfere Dopingkontrollen im MLB gefordert hatte. Rodriguez hatte eingeräumt, während seiner Zeit bei den Texas Rangers von 2001 bis 2003 verbotene Substanzen genommen zu haben. Die Sports Illustrated hatte am Samstag zuerst über seine positiven Proben berichtet. "Damals war alles anders. Ich war jung, dumm, naiv und ich wollte allen beweisen, dass ich das Geld wert war und einer der größten Spieler aller Zeiten bin", betonte Rodriguez gegenüber ESPN.

"Ich fühle mich persönlich von Alex betrogen und hintergangen", sagte Tom Hicks. Der Besitzer der Texas Rangers hatte Rodriguez im Dezember 2000 mit einem Zehn-Jahres-Vertrag über 252 Millionen Dollar zum bestbezahlten Baseball-Spieler der Geschichte gemacht. "Ich hatte absolut keine Verdächtigungen", stellt Hicks klar. Auch die Begründung des Dopingsünders, der Druck, gut zu spielen sei sehr groß gewesen, kann der Klubboss nicht nachvollziehen: "Mir gegenüber hat er immer gesagt, dass er unter Druck am besten spielt."

Rodriguez entschuldigte sich zwar für die positiven Tests auf Testosteron und Primobolan, dennoch stellt sein Geständnis die zweitpopulärste Sportart der USA erneut an den Pranger und bringt sie in die Negativ-Schlagzeilen. "Die bislang letzte bittere Pille für den Baseball", titelte die Tageszeitung USA Today, "Rodriguez gibt Doping zu", schrieb die New York Times. Seit Jahren hat die MLB wegen ihrer laschen Haltung im Kampf gegen leistungssteigernde Mittel das Image der Doping-Liga. Um den Gebrauch von Steroiden einzudämmen, wurden Spieler 2003 verstärkt auf verbotene Substanzen untersucht. Ergebnis: 104 positive Tests.

Die Resultate sollten jedoch keine Strafen nach sich ziehen und eigentlich nie an die Öffentlichkeit geraten. Rodriguez, mit einem Jahreseinkommen von 27,5 Millionen Dollar MLB-Topverdiener, muss nach seinem Geständnis keine nachträglichen Sanktionen befürchten. Die Liga hat erst 2004 einen Strafen-Katalog für Doping-Vergehen eingeführt. Und seine Mitspieler von den New York Yankees halten weiterhin zu ihrer Nummer 13. "Wir werden ihm zeigen, dass wir trotzdem auf seiner Seite sind. Denn er ist schließlich immer noch einer von uns", betonte Johnny Damon.