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Doping bei der Tour:Eine Chronik der Schande

1959: Der Luxemburger Keller stirbt an den Folgen aufputschender Mittel.

1960: Beim olympischen Mannschaftsfahren in Rom stirbt der Däne Knud Jensen an einem Hitzschlag. Später wird Doping festgestellt.

1967: Bei der Tour de France stirbt Ex-Weltmeister Tom Simpson am 13. Juli beim Austieg zum Mont Ventoux. Er war gedopt.

1968: Durch Doping-Missbrauch sterben der Spanier Uronie und der Belgier de Wilde. Bei der Cross-WM wird Rolf Wolfshohl überführt.

1969: Bei der Tour de France werden Wolfshohl und Rudi Altig postiv getestet.

1971: Bei einem Amateurrennen in Herpersdorf werden sechs deutsche Fahrer des Doping überführt.

1974: Belgiens Verband sperrt neun Profis.

1978: Bei der ersten Anabolika-Untersuchung werden bei der Weltmeisterschaft in Deutschland sechs Fahrer überführt, darunter Amateur-Weltmeister Gilbert Gaus (Schweiz) und erstmals in Norbert Dürpisch (Verfolgung) ein DDR-Fahrer.

1978: Bei der Tour de France wird erstmals der Träger des Gelben Trickots wegen Dopings disqualifiziert - Michel Pollentier (Belgien) hatte versucht, fremdes Urin in die Kontrolle zu bringen. Der Belgier Walter Goodefroot, später Telekom-Direktor von Jan Ullrich, wird wegen seines zweiten Dopingvergehens vier Monate gesperrt.

1979: Bei der Tour de France wird Joop Zoetemelk Anabolika nachgewiesen. Der Niederländer erhält eine Zeitstrafe, bleibt aber Zweiter.

April 1980: Dietrich Thurau wird nach Doping bei Gent-Wevelgem mit einer Geldstrafe von 1000 Schweizer Franken belegt, ein zweites Vergehen bei der Romandie-Rundfahrt wird wegen eines Formfehlers nicht geahndet.

Juni 1980: Dietrich Thurau bei DM positiv getestet, das Verfahren wird nach negativer B-Probe eingestellt.

Juni 1981: Die Dopingsünder Jo Mass und Johan van der Velde (beide Niederlande) erhalten je ein Monat Sperre.

Juli 1983: Joop Zoelemelk bei Tour de France positiv, ein Monat Sperre auf Bewährung.

Oktober 1985: Marino Lejarreta (Spanien) positiv bei der Lombardei Rundfahrt getestet, die Folge ist ein Jahr Sperre.

Juli 1987: Dietrich Thurau werden bei Tour de France Anabolika nachgewiesen.

April 1988: Doping-Substanzen bei Sean Kelly (Irland) festgestellt, vermutlich durch Einnahme von Hustenmittel.

Juli 1988: Spaniens Tour-Sieger Pedro Delgado geht trotz Doping strafrei aus, weil das von ihm verwendete Mittel nicht auf der Dopingliste des Weltverbandes UCI.

Mai 1990: Gert-Jan Theunisse (Niederlande) erhält ein Jahr Sperre nach Überführung beim "Fleche Wallonne", Theunisse wurde bereits bei der Tour de France 1988 erwischt.

August 1991: Testosteron bei Urs Freuler (Schweiz) festgestellt. Die sechsmonatige Sperre wird im Dezember aufgehoben.

April 1994: Erik Zabel wird Clostebolmetabolin, wahrscheinlich in einer Salbe enthalten, nachgewiesen: Drei Monate auf Bewährung.

August 1994: Gianni Bugno, Weltmeister 1991 und 1992 weist erhöte Koffeinwerte auf: Drei Monate Sperre September

1996: Franco Ballerini (Italien) wegen zu hoher Testosteronwerte sechs Monate gesperrt.

Mai 1995: Federico Echave (Spanien) wird drei Monate gesperrt.

Juli 1997: Dschamolidin Abduschaparow (Usbekistan) erhält ein Jahr Sperre wegen Doping mit zwei verbotenen Substanzen bei der Tour de France 1997

Juli 1998: Der Teammanager von Festina, Willy Voet, wird an der belgischen Granze mit verbotenen Substanzen erwischt. Es erfolgt der Tour-Ausschluss der französischen Mannschaft.

August 1998: Francesco Casagrande (Italien) weist überhöhte Hämatokrit Werte auf.

November 1998: Neun Festina-Fahrern, darunter Richard Virenque, Laurent Brochard und Pascal Herve wird EPO-Doping vorgeworfen.

Dezember 1998: Positive Proben bei acht Fahrern des niederländischen TVM Teams.

Juni 1999: Der letztjährige Tour-Sieger Marco Pantani wird wegen eines zu hohen Hämatokritwertes beim Giro ausgeschlossen.

Oktober 1999: Virenque und Herve geben Doping zu. Virenque erhält neun Monate Sperre.

Juni 2001: Beim Giro d'Italia durchsucht die Polizei die Räume von allen 20 Teams und beschlagnahmt Medikamente. Der Zweitplatzierte Italiener Dario Frigo wird von seinem Team Fasso Bartolo wegen Besitzes von verbotenen Substanzen suspendiert.

Februar 2001: Bei Marco Pantani wird eine Insulin-Ampulle sichergestellt, eine Sperre erfolgt ein Jahr später.

April 2002: Laurent Roux (Frankreich) erhält wegen Amphetamin-Dopings vier Jahre Sperre.

Mai 2002: Gilberto Simoni (Italien), Giro-Sieger von 2001, wird von seiner Mannschaft Saeco wegen Kokain-Mißbrauch bei der Italien-Rundfahrt aus dem Rennen genommen.

Juli 2002: Jan Ullrich gibt zu, bei einem Disco-Besuch amphetaminhaltige Antidepressiva eingenommem zu haben.

Juli 2002: Die Ehefrau von Raimondas Rumsas (Litauen) wird festgenommen, nachdem in ihrem Auto erhebliche Mengen von verbotenen Mitteln gefunden werden.

Mai 2003: Stefano Garzelli (Italien) mit Probenicid (Verschleierungsmittel) bei Lüttich-Bastogne erwischt, es folgt eine zweijährige Sperre.

Juni 2003: Gianluca Bortolami (Italien), Der Weltcup-Sieger von 1994, wird positiv auf Kortison getestet.

Juni 2003: Raimondas Rumsas wird EPO-Einnahme bewiesen.

Februar 2004: Marco Pantani stirbt im Alter von 34 Jahren an einer Überdosis Kokain.

Juli 2004: Das spanische Team Kelme wird von der Tour de France ausgeschlossen, da es sich wegen Blutdoping verantworten muss.

Juli 2004: Oscar Camendzind (Schweiz), Straßen-Weltmeister von 1998, wird bei Trainingskontrolle überführt.

August 2004: David Millar (Schottland), gibt Einahme von EPO zu. Zwei Jahre Sperre und Aberkennung des WM-Titel im Zeitfahren 2003 sind die Folge.

September 2004: Vuelta-Sieger Roberto Heras (Spanien) wird des EPO-Dopings überführt. Der Sieg wird dem Russen Denis Mentschow zuerkannt. Auch Olympiasieger Tyler Hamilton (USA) wird EPO nachgewiesen.

März 2005: Danilo Hondo wird wegen eines Dopingsbefundes bei Murcia Rundfahrt vom Team Gerolsteiner entlassen.

Juni 2005: Raimondas Rumsas wird Besitz von Dopingmittel in Italien festgenommen.

Juni 2005: Frank Vandenbroucke (Belgien) wird wegen Drogenbesitzes zu 250.000 Euro Strafe verurteilt.

Juli 2006: Gegen Jan Ullrich, Jörg Jaksche, Ivan Basso, Oscar Sevilla und 55 weitere Personen wird offiziell wegen Dopingverdachts von den spanischen Behörden ermittelt. Am 30. Juli, einen Tag vor dem Tour-Start, werden sie von der Frankreich-Rundfahrt ausgeschlossen.

Juli 2006: Der Weltverband UCI gibt drei Tage nach Tour-Ende am 26. Juli das positive Ergebnis eines Tour-Teilnehmers bekannt. Einen Tag darauf bestätigt das Phonak-Team, dass die betreffende Probe von Tour-Sieger Floyd Landis (USA) nach seinem Sieg auf der 17. Etappe (20. Juli) genommen worden war.

© dpa
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