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Bob:Triumphfahrt von Friedrich

Dieser eine Titel fehlte noch in seiner Sammlung. Doppel-Olympiasieger und Rekordweltmeister Francesco Friedrich aus Oberbärenburg hat die EM im Viererbob für sich entschieden und ist damit nun offiziell auch erfolgreichster Pilot der Weltcup-Geschichte.

Die EM ist gleichzeitig auch Weltcup. Nach etlichen Versuchen seit 2014 gewann Friedrich am Sonntag in Winterberg nun mit seiner Crew, Thorsten Margis, Candy Bauer und Alexander Schüller, seinen ersten kontinentalen Titel in der Königsklasse - und zwar in triumphaler Manier: Mit 4,96 Sekunden löschte er den sieben Jahre alten Startrekord des Letten Oskars Melbardis, fuhr zweimal Laufbestzeit und verwies den Kanadier Justin Kripps mit 0,57 Sekunden Vorsprung auf Rang zwei. Zweiter in der EM-Wertung wurde der Österreicher Benjamin Maier vor dem Russen Rostislaw Gaitjukewitsch. Johannes Lochner, zuletzt viermal in Serie Vierer-Europameister, kam vor Christoph Hafer aus Bad Feilnbach auf EM-Rang vier.

"Nach dem ersten Lauf hatten wir uns den Startrekord vorgenommen, das war schon sensationell", sagte Friedrich und lobte seine Crew. Immerhin musste Margis erstmals nach zehn Jahren auf Position zwei im Bob sitzen. "Das ist gar nicht so einfach, wenn man zehn Jahre auf eine andere Position fährt und dann im hohen Alter noch umschulen muss", befand Friedrich, 30, der ein Jahr jünger als sein Stammanschieber ist. Mit dem Zweierbob-Erfolg am Samstag hatte Friedrich schon die über ein Jahrzehnt bestehende Bestmarke des viermaligen Olympiasiegers André Lange egalisiert, am Sonntag überbot er Lange dann mit seinem mit dem 46. Weltcupsieg.

Bei den Frauen setzte Shootingstar Laura Nolte ihren Höhenflug fort. Die 22-Jährige aus Winterberg gewann den EM-Titel und führte einen deutschen Dreifachsieg an: Kim Kalicki wurde Zweite vor Olympiasiegerin Mariama Jamanka. Die Österreicherin Katrin Beierl fuhr zeitgleich mit Jamanka ebenfalls zu Bronze.

© SZ vom 11.01.2021 / dpa
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