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Bob:Acht Siege in acht Rennen

23 2 2019 Calgary Bob Weltcup Francesco Friedrich + Thorsten Margis *** 23 2 2019 Calgary Bob Wo

Bald auch wieder Weltmeister? Francesco Friedrich (links) und sein Anschieber Thorsten Margis.

(Foto: imago/Ed Gar)

Zweier-Pilot Francesco Friedrich gelingt beim Weltcup in Calgary Historisches - zudem sichert er sich zum zweiten Mal den Gesamtweltcup.

Nach seiner Fahrt in die Bob-Geschichtsbücher schickte Francesco Friedrich eine unmissverständliche Kampfansage an die Konkurrenz. "Wenn wir viermal gut die Bahn runterkommen, ist alles möglich, und die anderen müssen schon ordentlich was zeigen, um mitzuhalten", sagte der Doppel-Olympiasieger nach seinem achten Saisonsieg im achten Weltcup-Rennen mit Blick auf die Weltmeisterschaft in Whistler. Bei der WM im Bob und Skeleton vom 2. bis 9. März ist der 28-jährige Doppel-Olympiasieger großer Favorit im Zweier - und die Verteidigung des Titels hat für Friedrich auch höchste Priorität. "Das ist auf jeden Fall das Ziel, ich will unsere WM-Serie halten", sagte der Sachse. Seit 2013 hat er alle Titel im Zweier geholt. Auch im Vierer-Bob gewann er vor zwei Jahren WM-Gold, dort ist die Konkurrenz allerdings noch größer. Am Sonntag hatte Friedrich auch im großen Schlitten noch die Chance, seinen Triumph im Gesamtweltcup perfekt machen zu können.

Nach dieser Saison wäre alles andere als der achte WM-Titel - sein fünfter im Zweier-Bob - eine Enttäuschung. Friedrich schaffte mit seinem Erfolg am Samstag (Ortszeit) beim Weltcup-Finale im kanadischen Calgary Erstaunliches: Noch nie gewann ein Athlet alle Saisonrennen im Zweier. Zudem sicherte er sich zum zweiten Mal den Gesamtweltcup im kleinen Schlitten. "Das ist eine überragende Leistung", sagte Bundestrainer Rene Spies. Mit zweimal Start- und Laufbestzeit verwies Friedrich mit seinem Anschieber Thorsten Margis bei 0,09 Sekunden Vorsprung Dauerrivalen Justin Kripps auf Platz zwei und fügte dem Kanadier auf dessen Heimbahn eine schmerzliche Niederlage zu. Dritter wurde Johannes Lochner und Anschieber Christopher (+ 0,23 Sekunden). Nico Walther und Paul Krenz belegten den fünften Platz.

Dabei war Friedrich im entscheidenden Lauf kurz davor, seine Bestmarke "wegzuschmeißen, aber er hat durch einen sehr guten unteren Teil den Sieg geholt", analysierte Spies. Friedrich gab in der ARD zu: "Wir sind ein bisschen mit der Brechstange gefahren." Der Familienvater kann sich aber auf seine fahrerische Extraklasse ebenso verlassen wie auf sein Material und vor allem auf die Power seines Stamm-Anschiebers Margis. "Wir haben vor allem im zweiten Lauf am Start gezeigt, was in uns steckt", sagte Friedrich. Dabei absolvierte Margis nur vier der acht Saisonrennen. Der 29-Jährige hatte sich in der nacholympischen Saison mehr auf sein Maschinenbau-Studium konzentriert. "Wir haben das Niveau gehalten, das wir bei den Spielen hatten. Das ist bei anderen Nationen anders", sagte Margis.

Mit einem Erfolgserlebnis geht auch Olympiasiegerin Mariama Jamanka in die WM. Sie sicherte sich mit ihrem vierten Saisonsieg erstmals den Gewinn des Gesamtweltcups. Die 28-Jährige ist die erste deutsche Gesamtsiegerin seit Cathleen Martini im Jahr 2012. Mit Anschieberin Annika Drazek setzte sich Jamanka vor der Weltmeisterin Elana Meyers Taylor aus den USA und Teamkollegin Stephanie Schneider mit Anschieberin Ann-Christin Strack durch. "Der Gesamt-Weltcup ist geil", sagte Jamanka. "Ich erwarte schwere Bedingungen bei der WM. Es werden harte zwei Renntage. Aber momentan läuft es, mal schauen, was da geht." Die Olympia-Vierte Stephanie Schneider und Anschieberin Ann-Christin Strack sorgten mit Rang drei für ein hervorragendes Ergebnis der deutschen Frauen. Und auch Tina Hermann feierte beim Finale des Skeleton-Weltcups mit ihrem ersten Saisonsieg eine gelungene WM-Generalprobe, nachdem sie zuvor schon Zweite geworden war. Weltmeisterin Jacqueline Lölling war aus familiären Gründen abgereist.

© SZ vom 25.02.2019 / dpa
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