3:1 für Mainz In den Gesängen vereint

Der FSV Mainz 05 feiert nach dem Erfolg gegen Fortuna Düsseldorf vorzeitig den Klassenverbleib. Daher einigen sich beide Fanlager nach der Partie auf ein gemeinsames Lied.

Von Tobias Schächter, Mainz

"Nie mehr zweite Liga", schallte es schon weit vor dem Anpfiff der Begegnung zwischen Mainz 05 und Fortuna Düsseldorf aus dem Gästeblock. Nach dem 3:1 durch Jean-Philippe Mateta in der 87. Minute stimmten auch die Mainzer Anhänger in diesen Gesang ein. Nach zwei Jahren des Abstiegskampfes bis zum Saisonfinale sicherten sich die Mainzer durch den 3:1 (1:1)-Erfolg vier Spieltage vor dem Ende der Spielzeit frühzeitig den Klassenerhalt. Und weil auch die Düsseldorfer den Abstieg schon vor einer Woche vorzeitig vermieden, feierten die beiden Lager ausgelassen.

Freude in Mainz: Die Angreifer Jean-Paul Boëtius (r) und Karim Onisiwo feiern den Klassenverbleib auf dem Zaun.

(Foto: Thomas Frey/dpa)

Der Mainzer Trainer Sandro Schwarz gab wieder einmal den Einpeitscher auf dem Zaun der Fankurve. "Das ist eine Bühne für die Spieler, aber es ist natürlich ein schönes Gefühl, wenn die Fans einen fordern. Als Spieler war ich nie auf dem Zaun, ich war zu schlecht", erzählte Schwarz augenzwinkernd, der wie seine Spieler und die Vereinsverantwortlichen ein T-Shirt trug, auf dem stand: "Wieder nur Klassenerhalt - Egal, unser Traum lebt." Es habe ja immer geheißen, Mainz mache sich zu klein, mit dem T-Shirt-Slogan nehme der Klub sich selbst auf die Schippe, erklärte Sportvorstand Rouven Schröder. Und der zweifache Torschütze Mateta, ein Franzose, meinte: "Wir sind die Stadt der Ironie!"

Mann der ersten Minute und der (fast) letzten: Der Mainzer Jean-Philippe Mateta schießt in der Partie gegen Düsseldorf in der ersten und in der 87. Minute ein Tor. Mit dem Treffer von Karim Onisiwo in der 67. ist das Triple für Leverkusen perfekt.

(Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Mateta war der Spieler eines Spiels zweier Mannschaften, die in dieser Saison mehr erreicht haben, als viele ihnen zugetraut haben. Der französische U21-Nationalspieler traf schon nach 36 Sekunden. Die Mainzer begannen rasant, verloren dann die Kontrolle, kassierten den Ausgleich durch Dodi Lukebakio (19.) - und schlugen dann doch durch einen energischen Schlussspurt zurück, in dem der starke Karim Onisiwo (67.) und Mateta (87.) den Sieg sicherten. Ein bisschen wirkte der Spielverlauf wie die Mainzer Saison: Es gab ein Auf und Ab - und am Ende darf gefeiert werden. "Es ist auch wichtig, dass wir den Klassenerhalt aus eigener Kraft mit einem Sieg geschafft haben. Glückwunsch an uns alle", gratulierte Sportvorstand Schröder sich und dem Klub.

Elfmeterpfiff nach Videobeweis

Ein Knackpunkt der Partie war der verschossene Elfmeter von Lukebakio in der 58. Minute beim Stand von 1:1. Kurios dabei: Gerade hatte Düsseldorfs Kapitän Kaan Ayhan nach einem Foul am eigenen Strafraum an Onisiwo die gelbe Karte gesehen, da entschied Schiedsrichter Markus Schmidt auf Elfmeter für die Fortuna. Schmidt hatte sich auf Intervention des Video-Schiedsrichters eine Szene rund eine Minute vorher noch einmal angeschaut, und dann das Handspiel des Mainzers Alexander Hack als solches gewertet. Aber Lukebakio scheiterte und klagte: "Es kann immer passieren, einen Elfmeter zu verschießen. Aber es ist ein schlechtes Gefühl, so zu verlieren."

Die Niederlage tut den Düsseldorfern nicht weh, Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel lobte nicht nur die "großartige Entwicklung in Mainz", sondern stellte auch klar: "Der niedrigste Etat der Liga hat uns nicht daran gehindert, die Klasse zu halten. Das war ein richtig geiles Jahr, wir haben Blut geleckt." So geht es auch den Mainzern, die ihre Feier mit den vereinten "Nie mehr zweite Liga"-Gesängen starteten.