Wellness:Streicheleinheiten aus aller Welt

Exotische Massage-Künste liegen voll im Trend

Die Erkenntnis, dass Berührung heilen kann, ist so alt wie die Menschheit selbst. Seit Jahrtausenden wird deshalb Massage als Heilmittel erfolgreich eingesetzt. Im asiatischen Raum lässt sich ihr Einsatz bis in das Jahr 2700 vor Christus zurückverfolgen. Doch die Zeiten, in denen man in Deutschland zur schlichten Rückenmassage zum Physiotherapeuten ging, sind vorbei. Exotische "Treatments" liegen voll im Trend, die Spas großer Hotels und private Institute überbieten sich gegenseitig mit Behandlungen, deren Namen man kaum fehlerfrei über die Lippen bekommt.

Wellness: Ayurveda - ein Wort, dass mittlerweile jedes Kind mit Wellness und Massage in Verbindung bringt.

Ayurveda - ein Wort, dass mittlerweile jedes Kind mit Wellness und Massage in Verbindung bringt.

(Foto: Foto: DPA)

Lomi lomi Lomi lomi wurde auf Hawaii ursprünglich nur von ausgewählten Priestern zelebriert, die damit neue Mitglieder in ihrem Tempel aufnahmen. Das Ritual dauerte mehrere Tage und war vor allem mit Fasten und Beten verbunden. Lomi lomi bedeutet auf polynesisch so viel wie drücken oder kneten und wird unter anderem angewandt, um negative Empfindungen wie Angst oder Wut in den Griff zu bekommen. Im Focus der Behandlung stehen Bauch und Rücken, die nach dem alten hawaiianischen Glauben die Zukunft widerspiegeln sollen. Der Therapeut bearbeitet seine Patienten mit Handflächen und Ellenbogen und lässt sich dabei von seiner Intuition leiten. Ein besonderer Luxus ist, wenn zwei Masseure synchron im Hula-Rhythmus arbeiten.

Java-Touch In Indonesien geht eine Braut nicht einfach in den Tempel, um ihren Liebsten zu heiraten. Schon Tage vorher unterzieht sie sich einem aufwändigen Reinigungsritual, bei dem viel gebadet und gesalbt wird. Ein Teil des Programms ist "Java Touch", eine Mischung aus Peeling und Massage. Dabei wird der ganze Körper mit einer Paste aus Kokos-Fruchtfleisch und neutralem Öl behandelt. Die feine Körnerung der Paste entfernt sanft abgestorbene Hautschüppchen und fördert die Durchblutung. Das enthaltene Öl überzieht den Körper mit einem Schutzfilm.

Zulu-Treatment Auch der afrikanische Kontinent steuert bei der neuen Spa- Begeisterung eine Behandlung bei. Beim Zulu-Treatment wird eine schwarze Paste aus grobkörnigem Kaffeegranulat, Ingweröl und Aromaalgen in die Haut des ganzen Körpers einmassiert. Die Pampe sieht zwar eher unschön aus, lockert aber die Muskulatur und reinigt die Haut wie ein sanftes Peeling. Pickel an Zuluzauber und verschwinden auf Nimmerwiedersehen.

Watsu Watsu ist eine Körpertherapie, die seit 1980 aus dem Zen-Shiatsu entwickelt wurde und sich die unterstützenden Qualitäten des warmen Wassers nutzbar macht. Der US-Amerikaner Harold Dull studierte in Japan jahrelang die Techniken des Shiatsu, die vor allem auf Fingerdruckmassage und Meridiandehnung basiert. Er kam auf die Idee, diese Prinzipien mit den heilenden Wirkungen von warmem Wasser zu kombinieren. Positiv auf den Patienten wirken sich dabei nicht nur die warmen Fluten aus, sondern auch die uneingeschränkte dreidimensionale Bewegungsfreiheit im Wasser. Körperliche und psychische Blockaden werden durch sanftes Dehnen, Drehen und Strecken gelöst.

Wambo-Mambo Die Methode stammt von den Ureinwohnern, den Aborigines, in Australien. Dabei wird der ganze Körper mit einer Holzrolle durchgewalkt, und zwar einmal in die Verlaufsrichtung der Muskelfasern und einmal quer dazu. Die Prozedur ist nichts für zartbesaitete Naturen, beim Wambo-Mambo wird kräftig hingelangt. Nach der Behandlung ist die Haut nicht nur gut durchblutet, sondern oft auch ziemlich gerötet. Immerhin der Ausklang ist versöhnlich: Am Ende des Treatments wird man vom Therapeuten sanft mit einem Fellhandschuh gestreichelt.

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