Streiks Flugverkehr von, nach und in Italien stark eingeschränkt

Wegen eines Ausstands der Fluglotsen ist heute mit erheblichen Behinderungen im italienischen Luftverkehr zu rechnen. Allein die Alitalia hat 172 Flüge gestrichen, die Lufthansa 44.

Die Gewerkschaften hatten alle Lotsen des Landes aufgefordert, von 12 bis 16 Uhr in den Ausstand zu treten. Allein die italienische Fluglinie Alitalia habe bereits 172 Flüge gestrichen, darunter 94 internationale Verbindungen, berichteten italienische Medien.

Auch die Lufthansa hat 44 Hin- und Rückflüge storniert. Ein Sprecher des Unternehmens teilte mit, dass man bereits im Vorfeld des Ausstands versucht habe, Flüge außerhalb des "kritischen Zeitfensters" zu positionieren, und zudem größere Maschinen einsetze.

Zum großen Chaos sei es, so der Sprecher, bislang nicht gekommen, da die meisten der rund 2500 betroffenen Passagiere vorbereitet gewesen seien und rechtzeitig umgebucht hätten.

Die Fluglinien bezifferten den Schaden auf insgesamt 25 Millionen Euro, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa.

Stellenkürzungen befürchtet

Bei zahlreichen anderen Flügen werde es zu Verspätungen kommen, hieß es. Mit dem Streik wollen die Arbeitnehmer gegen ein internationales Abkommen protestieren, das die italienische Regierung 1997 unterzeichnet hatte und das die Einrichtung einer einheitlichen zentraleuropäischen Luftraumkontrolle in Wien vorsieht. Die Gewerkschaften halten das Abkommen für veraltet. Außerdem befürchten sie Stellenkürzungen.

Der nächste Streik steht bereits auf dem Programm: Für den 30. November haben italienische Gewerkschaften einen ganztägigen Generalstreik angekündigt, der neben dem öffentlichen Dienst auch den Flugverkehr und die italienische Bahn betrifft.