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Bohinj-Tal:Auf den Kult-Berg der Slowenen

Um den Triglav zu bezwingen, muss man fit sein. Doch ist man oben angekommen, erwarten einen grandiose Aussichten - und merkwürdige Rituale.

Er heißt der "Dreiköpfige" und ist 2864 Meter hoch: Man muss also schon ganz schön fit sein, sehr früh los und sich anstrengen, wenn man den Triglav, den höchsten Berg Sloweniens, an einem Tag bezwingen und abends wieder im Tal sein möchte.

Triglav; Rochau

Nach zehn Stunden Wandern und Klettern ist die Pause verdient.

(Foto: Foto: Rochau)

Besser, schöner und weniger ermüdend ist es, aus dem Trip eine zwei- oder dreitägige Tour zu machen und in einer der zahlreichen Hütten im Nationalpark Triglav zu übernachten.

Das hat sicherlich auch die gut 70-jährige Dame gemacht, die den Steig etwa 150 Höhenmeter unterhalb des Gipfels emporklettert. Wie hatte sie verschmitzt lächelnd gemeint? Langsam, langsam, sie möchte ja schließlich sicher oben ankommen - auf dem Kult-Berg der Slowenen.

Gipfelglück hinausposaunen

Auf dem Gipfel herrscht an diesem Tag im September erstaunlich viel Betrieb für einen normalen Arbeitstag. Manche der Bergsteiger pflegen ein ganz besonderes Ritual - so auch die ältere Dame, die - immer noch lächelnd - am Gipfel ankommt: Ihr wesentlich jüngerer Begleiter muss sich bücken, sie nimmt einen Hosengürtel und verdrischt ihm damit das Hinterteil.

Alle anderen Gipfelstürmer tuen das, was mittlerweile die ganze Welt tut: Sie telefonieren und schreiben SMS-Kurzmitteilungen - stolz das Gipfelglück in die Welt hinausposaunen.

Los ging die Bergtour in Pokljuka, dem Biathlon- und Langlaufzentrum Sloweniens, von dort über die Vodnikov- und Triglav-Hütte auf den Berg.

Unterirdisch verbundene Seen

Knapp 1500 Höhenmeter und etwa sechs Stunden sind es bis zum Gipfel. Nach dem Abstieg durch die beinahe vegetationslose Karstlandschaft mit einer Übernachtung auf der Dolic-Hütte auf 2151 Metern kann man am nächsten Tag über das Tal der sieben Seen zum Bohinj-See absteigen, um mit dem Schiff zurück nach Ribcev Laz/Stara Fuzina zu fahren.

Nach einer eher unruhigen Nacht in der ziemlich lauten und überfüllten Hütte ist der weitere Weg zurück ins Tal zwar anstrengend, man wird aber durch die wunderschöne und abwechslungsreiche Wanderung entlang den unterirdisch miteinander verbundenen Seen entschädigt.

Nach einer Jause auf der Triglav-Seen-Hütte (1600 m) und dem letzten der sieben Seen, dem schwarzen See, wartet dann noch die Komarca, der Abstieg ins Tal. Mehr als 600 oberschenkelvernichtende Höhenmeter über eine äußerst steile Bergflanke - an den extremsten Stellen mit Stahlseilen gesichert, garniert allerdings mit traumhaften Ausblicken auf den Bohinj-See und die umliegenden Berge.

Nur eines im Sinn

Und wenn man schon vorbeikommt - lohnt ein kurzer Abstecher zum 50 Meter hohen Savica-Wasserfall, wo das Wasser der sieben Seen zu Tage tritt und dann als Bergbach dem See entgegenstrebt. Beim Anblick des klaren Wassers hat man nur eines im Sinn - Abkühlung und Erfrischung nach dem schweißtreibenden Sinkflug.

Kurz vor dem Bootsanleger nahe des Hotel Zlatorog dann das ersehnte Bad: brrrrrrrrrrrr. Sehr viel über Null Grad hat das Wasser nicht! Aber es wirkt belebend.

Die letzte Etappe der Tour ist schließlich am bequemsten: eine etwa 40-minütige Rückfahrt über den Bohinj-See mit einem ehemaligen Ausflugsschiff vom Königssee. Wir waren die einzigen Fahrgäste.

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Bildergalerie

Der lange Weg auf den Triglav