Alpenkonferenz "Wer zaudert, spielt mit der Zukunft der Alpen"

Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf fordert seine Kollegen auf, ihre Politik der bloßen Absichtserklärungen zu beenden.

Von Von Christian Schneider

Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf hat die acht Unterzeichnerstaaten der Alpenkonvention aufgefordert, das völkerrechtlich verbindliche Abkommen zügig zu verwirklichen. Angesichts der klimatischen Veränderungen und der damit einhergehenden zunehmenden Gefahren wie Lawinen- und Murenabgängen, Bergrutschen und Hochwasser-Katastrophen sei Eile geboten.

Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf

(Foto: Foto: dpa)

¸¸Wer jetzt zaudert, spielt mit der Zukunft der Alpen, mit Absichtserklärungen muss Schluss sein", sagte Schnappauf gestern Abend zum Auftakt der achten Alpenkonferenz in Garmisch-Partenkirchen. An der Konferenz, die heute zu Ende geht, nehmen neben Bundesumweltminister Jürgen Trittin die Umweltminister aus Frankreich, Österreich, der Schweiz, Italien, Slowenien, Liechtenstein und Monaco sowie Vertreter der EU-Kommission teil.

Die EU hat noch nicht ratifiziert

Der Vorsitz der Alpenkonferenz wechselt heute von Deutschland zu Österreich, Trittin gibt das Amt nach zwei Jahren an seinen Wiener Kollegen ab. Politische Beobachter werten das als Chance, da Österreich in der ersten Jahreshälfte 2006 auch dem EU-Ministerrat vorsitzt. Die EU gehört zwar mit zu den Unterzeichnern der 1991 in Salzburg verabschiedeten Alpenkonvention, hat das Abkommen bis jetzt aber nicht ratifiziert.

Auf der Alpenkonferenz soll heute unter anderem ein Zehn-Punkte-Programm zur Umsetzung der Alpenkonvention verabschiedet werden. Dabei geht es um Themen wie ökologischer Tourismus, Schutz vor Naturgefahren und grenzüberschreitende Schutzgebiete.