Wochengrafik Der lange Weg zum Arbeitsplatz

Immer mehr Berufstätige müssen immer längere Wege zu ihrem Arbeitsplatz zurücklegen. Das hat für die Betroffenen zum Teil gravierende Auswirkungen.

Pendler sind nach offizieller Definition Arbeitnehmer, die vom Wohnort zur Arbeit in eine andere Gemeinde fahren müssen. Es sollen mehr als 18,5 Millionen Menschen in Deutschland sein - und ihr Weg zum Arbeitsplatz wird immer länger.

Inzwischen gibt es bundesweit elf Millionen Pendler, die für ihren Weg zur Arbeit mindestens 30 Minuten benötigen, wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung diese Woche mitteilte. 1991 waren es nur acht Millionen gewesen. Das hat nicht zuletzt negative Folgen.

Mit steigender Pendeldauer sinke das persönliche Wohlbefinden, das Risiko für Beschwerden wie Bluthochdruck oder Rückenschmerzen steige, betonten Experten. Pendler seien statistisch auch häufiger aggressiv und meldeten sich häufiger krank. Zudem leide das Familienleben unter langen Wegen zum Job.

Als Gründe für den Anstieg langer Arbeitswege geben die Statistiker etwa die Zunahme der Zahl berufstätiger Paare an. Gerade bei Hochqualifizierten sei es häufig schwierig, an einem Ort zwei passende Jobs zu finden.

Auch der Anstieg zeitlich befristeter Arbeitsverträge zwinge mehr Menschen zum Pendeln, da die Betroffenen weniger häufig in die Nähe ihrer befristeten Arbeitsstelle umziehen.