Wahlen in Algerien Islamisten werden nur drittstärkste Kraft

Bei der Parlamentswahl in Algerien ist der von den Islamisten erhoffte Sieg ausgeblieben. Wahlsieger wird die im Vorfeld favorisierte FLN des amtierenden Präsidenten Abdelaziz Bouteflika. Sie regiert das nordafrikanische Land bereits seit einem halben Jahhundert.

Bei der Parlamentswahl in Algerien ist der von den Islamisten erhoffte erdrutschartige Sieg ausgeblieben. Das aus drei Parteien bestehende islamische Bündnis "Grünes Algerien" wurde mit 48 Sitzen drittstärkste Kraft.

Die seit der Unabhängigkeit vor 50 Jahren regierende FLN des Präsidenten Abdelaziz Bouteflika wurde mit 220 von insgesamt 462 Sitzen ihrer Favoritenrolle gerecht. Dieses Ergebnis der Wahl vom Donnerstag wurde am Freitag vom algerischen Innenministerium veröffentlicht.

Zweitstärkste Partei wurde die RND (Demokratische Nationale Sammlung, Rassemblement national démocratique) von Ministerpräsident Ahmed Ouyahia mit 68 Sitzen.

Etwa 21,6 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, die 462 Mandate im Parlament neu zu vergeben. Insgesamt traten 44 Parteien an, darunter 21 neue Gruppierungen. Die Wahlbeteiligung lag nach offiziellen Angaben bei etwa 43 Prozent und damit deutlich höher als vor fünf Jahren (36,6 Prozent).