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Vaclav Havel:Ein europäisches Leben

Künstler, Freiheitskämpfer, Staatsmann: Der ehemalige tschechische Präsident Vaclav Havel ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Er hat Geschichte geschrieben - in einer Zeit, als Europa noch ein Versprechen des Guten war.

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Künstler, Freiheitskämpfer, Staatsmann: Der ehemalige tschechische Präsident Vaclav Havel ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Er hat Geschichte geschrieben - in einer Zeit, als Europa noch ein Versprechen des Guten war.

Es war sein Moment: Am 29. Dezember 1989 betrat Vaclav Havel unter dem Jubel der Masse den Balkon des Präsidentensitzes in Prag. Gerade eben hatten ihn die kommunistischen Abgeordneten zum Übergangspräsidenten gewählt. Der Kampf um die Freiheit hatte sich für Tschechen und Slowaken gelohnt.

Vaclav Havel

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Bis zu jenem Triumph im Dezember 1989 war es ein weiter Weg. Schon beim Prager Frühling 1968 hatte der erfolgreiche Dramatiker gegen die kommunistischen Machhaber agitiert - was ihm mehrere Haftstrafen und Berufsverbot einbrachte. 1977 war er einer der Hauptautoren der Charta 77, einer Erklärung, die Menschenrechtsverletzungen durch die kommunistische Regierung anprangerte.

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Als 1989 die Regime in Osteuropa bröckelten, sah der Autor, der immer Dissident geblieben war, die Chance zum Wechsel. Mit anderen Regierungsgegnern schloss er sich im Bürgerforum zusammen. Demonstrationen erhöhten den Druck auf die Führung des Landes.

Vaclav Havel

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Nach der Wechsel in seinem Land führte Havel sein Land nach Westen - nicht ohne WIderstände. Er trieb den EU-Beitritt voran und unterzeichnete mit Bundeskanzler Helmut Kohl Havel am 27. Februar 1992 in der Prager Burg den deutsch-tschechoslowakischen Nachbarschaftsvertrag- Der war in beiden Ländern umstritten. In Deutschland machte die CSU im Interesse der Verbände der nach dem Krieg aus der Tschechoslowakei vertriebenen Sudetendeutschen Druck auf Kohl, nicht zu unterzeichnen. Dass sich Havel wiederum bei den Sudetendeutschen entschuldigte, brachte ihm Kritik von Hardlinern im eigenen Land ein.

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Ikonen der Wende unter sich: Vaclav Havel und der frühere russische Präsident Michail Gorbatschow 1997 in Prag. Von 1993 an war Havel als Präsident zwar faktisch weniger mächtig als der Premierminister, sein Wort hatte in politischen Debatten dennoch enormes Gewicht.

Vaclav Havel, Jan Malir

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2003 endete Havels zweite Amtszeit als Präsident - jetzt konnte er sich wieder der Kunst widmen. Mit der Verfilmung eines seiner Theaterstücke im vergangenen Jahr erfüllte er sich einen lang gehegten Traum: Odcházení - Leaving, in dem es um einen Staatschef geht, der in eine persönliche Krise gerät, als er sein Amt verliert.

Former Czech president Vaclav Havel dies

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Die Premiere seines ersten eigenen Films in Prag im März dieses Jahres war einer seiner letzten öffentlichen Auftritte. Seine zweite Frau, die Schauspielerin Dagmar, begleitete ihn. Die beiden hatten 1997 geheiratet.

© sueddeutsche.de/jab
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