bedeckt München

USA:Guantánamo-Häftlinge in den Oman entlassen

  • Die USA entlassen sechs jemenitische Häftlinge aus dem Gefangenenlager Guantámano Bay in den Oman.
  • Nach Angaben der Regierung in Oman sollen sie nur vorrübergehend dort bleiben. Wohin die Männer anschließend gebracht werden sollen, ist unklar.
  • Die Regierung unter US-Präsident Obama bemüht sich seit Jahren, Aufnahmeländer für die Gefangenen in Guantámano Bay zu finden.

Noch immer 116 Häftlinge in Guantámano

Die US-Regierung hat sechs jemenitische Gefangene aus dem Lager Guantámano Bay auf Kuba nach Oman entlassen. Damit werden in der umstrittenen Einrichtung noch 116 Männer festgehalten, wie das Pentagon am Samstag mitteilte. 43 der verbliebenen 51 Häftlinge, deren Überführung gebilligt ist, stammen ebenfalls aus dem Jemen.

Die USA seien Oman dankbar für die "humanitäre Geste" und die Bereitschaft, die Bemühungen der US-Regierung um eine Schließung des Lagers zu unterstützen.

Omans Außenministerium erklärte, die Männer seien "vorübergehend" aufgenommen worden. Wie lange sie dort bleiben und wohin sie anschließend gebracht werden sollen, blieb unklar.

Anschuldigungen nicht glaubwürdig

Die sechs Männer befanden sich der Washington Post zufolge teilweise mehr als 13 Jahre in US-Gefangenschaft. Einigen der Männer wurde vorgeworfen, vor den Anschlägen vom 11. September 2011, als Leibwächter von Terrorchef Osama bin Laden gedient zu haben.

Wie es in der Zeitung weiter hieß, wurden die Angaben aber nach dem Amtsantritt von Präsident Barack Obama überprüft. Dabei hätten sich die Informationen als nicht glaubwürdig herausgestellt.

Kongress sperrt sich gegen Verlegung auf US-Boden

Obama hatte kurz nach seinem Einzug ins Weiße Haus 2009 erklärt, dass er das Lager schließen wolle. Bisher ist er aber am Widerstand des Kongresses gescheitert, der sich gegen eine Verlegung von Insassen auf US-Boden sperrt. Daher bemüht sich der Präsident, das Lager durch Gefangenentransfers zu leeren. Es ist aber nicht leicht, Aufnahmeländer zu finden.

Zuletzt hatten die USA im Januar fünf Häftlinge aus dem Gefängnis auf einem US-Militärstützpunkt in Kuba freigelassen. Vier von ihnen wurden vom Oman aufgenommen, einer wurde nach Estland gebracht. 2014 waren insgesamt 28 Guantámano-Insassen aus der Haft entlassen worden.

© SZ.de/dpa/AFP/AP/cmy
Zur SZ-Startseite