US-Vorwahlen Hillary Clinton droht Iran mit völliger Vernichtung

Sollte Iran während ihrer Amtszeit Israel angreifen, müsse er mit "Auslöschung" rechnen, sagte Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton in einem TV-Interview.

US-Senatorin Hillary Clinton hat Iran mit "völliger Vernichtung" gedroht, sollte er während ihrer Präsidentschaft einen Atomangriff auf Israel starten. Auf eine Frage nach ihrer Reaktion in diesem Fall sagte die Kandidatin am Dienstag im TV-Sender ABC: "Wenn ich dann Präsidentin bin, werden wir Iran angreifen, das müssen die Iraner wissen."

Hillary Clinton: "Wir wären in der Lage, sie (die Iraner) komplett auszulöschen."

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Sie fügte hinzu: "Wir wären in der Lage, sie (die Iraner) komplett auszulöschen." Es sei furchtbar, so etwas zu sagen, ergänzte die Senatorin aus New York. Aber die Machthaber in Iran müssten das verstehen, um sie von einen Angriff auf Israel abzuhalten.

Sowohl Clinton als auch ihr demokratischer Konkurrent Barack Obama haben betont, Israel gegen einen möglichen iranischen Angriff verteidigen zu wollen. Unterschiedlicher Auffassung sind sie dagegen bei den Mitteln, um Teheran zum Abbruch seines Atomprogramms zu bewegen. Im Gegensatz zu Clinton will Obama auch direkte Gespräche mit der iranischen Regierung suchen.

Obama: Kein Interesse an Säbelrasseln

Auch die aktuelle Erklärung seiner Konkurrentin wies Obama zurück. In den vergangenen Jahren habe es "viel Gerede mit Worten wie 'vernichten'" gegeben, sagte er demselben Sender. "Das führt nicht wirklich zu guten Ergebnissen. Und deswegen habe ich kein Interesse an Säbelrasseln."

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte 2005 im Westen für Empörung gesorgt mit seiner angeblichen Erklärung, wonach Israel müsse von der Landkarte getilgt werden solle. Vor einer Woche sagte ein Kommandeur des iranischen Heers, Iran würde im Fall eines israelischen Angriffs das Land vernichten.

Im Endspurt des Vorwahlkampfs im Bundesstaat Pennsylvania, wo die Parteianhänger der Demokraten am Dienstag über die Präsidentschaftskandidaten abstimmen, hatte Clinton zuletzt Themen der nationalen Sicherheit betont. Am Montag ließ sie einen Fernsehwerbespot ausstrahlen, in dem unter anderem Bilder von Terroristenführer Osama bin Laden und vom Angriff der japanischen Luftwaffe auf Pearl Harbor zu sehen waren. Das Team ihres innerparteilichen Rivalen Barack Obama warf der Senatorin daraufhin "Angstmache" vor.

Die Abstimmungen in Pennsylvania haben am Dienstag Nachmittag mitteleuropäischer Zeit begonnen, erste Ergebnisse werden gegen zwei Uhr morgens erwartet. Hillary Clinton steht bei den Vorwahlen unter besonderem Erfolgszwang. Nur mit einem klaren Sieg über ihren Kontrahenten Obama könnte sie sich weiter Chancen auf die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten ausrechnen.

Clinton: "Sieg ist Sieg"

Aufgrund der demografischen Situation in Pennsylvania wird dort ein Sieg für Clinton erwartet - in diesem US-Staat gibt es mehr Wähler über 50 Jahre, mehr Weiße und mehr Arbeiter als im Landesdurchschnitt, was bislang meist der New Yorker Senatorin zugute gekommen ist. Entscheidend dürfte die Frage sein, wie hoch der Sieg ausfällt.

Ein knappes Ergebnis würde den Druck auf Clinton erhöhen, ihre Kandidatur aufzugeben, damit sich Obama schon ganz auf die Auseinandersetzung mit dem schon feststehenden republikanischen Kandidaten John McCain konzentrieren kann, der in Umfragen zuletzt aufgeholt und die demokratischen Kandidaten sogar überholt hatte.

Die Senatorin hatte jedoch im Vorfeld bekräftigt, auf jeden Fall weiterzukämpfen. "Ich glaube nicht, dass es auf die Differenz ankommt. Sieg ist Sieg", kommentierte sie am Montagabend Expertenmeinungen, dass sie mit einem klaren zweistelligen Vorsprung vor Barack Obama ins Ziel gehen müsse, um ihrer Kampagne wieder Schwung zu verleihen.

Jüngsten Umfragen zufolge kann die New Yorker Senatorin in dem Ostküstenstaat aber nur mit einem einstelligen Sieg rechnen, ihr Konkurrent Obama konnte den Abstand zuletzt verringern.

In der Gesamtwertung liegt Clinton nach mehr als 40 Vorwahlen deutlich hinter Obama, dessen Führung sie auch durch ein gutes Abschneiden in Pennsylvania nicht aufholen könnte. Obama liegt sowohl bei der Anzahl gewonnener Vorwahlen vorn als auch bei den Delegiertenstimmen. Zudem ist seine Kampagne finanziell weitaus besser ausgestattet.

Um Obama bei den Delegiertenstimmen noch einzuholen, müsste Clinton bei allen kommenden Vorwahlen jeweils mindestens 65 Prozent der Stimmen erringen. Das ist so gut wie ausgeschlossen.