Unicef zu Lage in Syrien 5,5 Millionen Kinder vom Bürgerkrieg betroffen

Daniela Schadt, Schirmherrin Unicef Deutschland und Lebensgefährtin von Joachim Gauck.

Kälte, Infektionskrankheiten, Mangelernährung: Nach Angaben der Unicef sind 5,5 Millionen Kinder und Jugendliche vom Bürgerkrieg in Syrien betroffen. Das UN-Hilfswerk spricht von der "größten humanitären Krise weltweit".

Der Wintereinbruch hat nach Unicef-Angaben die Lage der Kinder in Syrien verschlechtert. Insgesamt seien 5,5 Millionen Kinder und Jugendliche vom Bürgerkrieg betroffen. Es handle sich um die "größte humanitäre Krise weltweit".

1,2 Millionen Kinder und Jugendliche befinden sich in Flüchtlingslagern, wie Unicef auf Nachfrage von Süddeutsche.de sagte. In Syrien selbst seien 60 Prozent der Bevölkerung direkt vom Bürgerkrieg betroffen, also 4,3 Millionen Kinder, erklärte ein Sprecher.

"Zu Krieg, Flucht und Armut kommen jetzt Kälte und Nässe dazu", sagte Schirmherrin Daniela Schadt. Die Lebensgefährtin von Bundespräsident Joachim Gauck warb um Solidarität für die Opfer des Bürgerkrieges.

Der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Christian Schneider, ergänzte: "Es gibt kaum ein Kind, das nicht direkt oder indirekt Gewalt und Zerstörung erlebt oder Angehörige verloren hat. Selbst Schulen und Gesundheitseinrichtungen werden zur Zielscheibe."

Viele Flüchtlinge leben in improvisierten Behausungen oder Zelten. In den Notunterkünften wachse zudem die Gefahr bedrohlicher Infektionskrankheiten. Dazu komme die Mangelernährung der Kinder, ausgelöst von Nahrungsmangel, hohen Preisen und wachsender Armut. Unicef warnt außerdem vor einer "verlorenen Generation": Etwa drei Millionen syrische Kinder gingen nur noch gelegentlich oder gar nicht mehr zur Schule.

Ende November hatte das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) einen 60-Seiten-Bericht zur Lage in Syrien vorgelegt, in dem es heißt, mehr als die Hälfte der 2,2 Millionen syrischen Flüchtlinge seien Kinder. Viele seien traumatisiert. Das äußere sich unter anderem in Schlaflosigkeit, Stottern und Bettnässen. Viele der Kinder hätten mit ansehen müssen, wie Mutter und Vater getötet wurden. Neben psychischen Folgen leiden die Kinder auch an ihren physischen Verletzungen, zumeist Knochenbrüche, Schussverletzungen und Verbrennungen.