Ukraine Timoschenko-Nachfolger will Regierungskrise rasch lösen

Der neue Premier Juri Jechanurow hat angekündigt, dass er schnellstmöglich ein neues Kabinett bilden wolle. Die USA bezeichnen die Krise als "typisches Problem einer jungen Demokratie".

In der Ukraine hat der neue Ministerpräsident Juri Jechanurow eine rasche Kabinettsbildung zur Lösung der Regierungskrise angekündigt. Jechanurow will sich mit Vertretern aller Parteien treffen, um möglichst schnell neue Minister auszuwählen. Seine Vorgängerin Julia Timoschenko äußerte sich nicht zu einer möglichen Rolle in der Opposition. Staatspräsident Viktor Juschtschenko hatte die Regierung am Donnerstag inmitten von Korruptionsvorwürfen entlassen.

"Unser Team wird unter Führung von Julia Timoschenko die Parlamentswahl gewinnen und im April auf seine Position zurückkehren", sagte der frühere stellvertretende Ministerpräsident Mikola Tomenko nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax. Sein Rücktritt und die von ihm erhobenen Korruptionsvorwürfe gegen den Chef des Verteidigungsrats, Petro Poroschenko, hatten die Krise ausgelöst.

USA: Krise typisches Problem einer jungen Demokratie

Die Mehrheit der entlassenen Kabinettsmitglieder signalisierte Bereitschaft, ihre Arbeit unter Präsident Juschtschenko fortzusetzen. Der Präsident hatte bereits am Donnerstag angedeutet, Timoschenko und Poroschenko könnten dem neuen Kabinett wieder angehören, wenn sie künftig zusammenarbeiteten. Der Präsident bestätigte damit Berichte, wonach es zwischen den beiden ständig Konflikte gab.

Die USA bezeichneten die Regierungskrise in der Ukraine als typisches Problem einer jungen Demokratie. Man sei zuversichtlich, dass das Land gestärkt aus dem Prozess hervorgehen werde, sagte Außenamtssprecher Sean McCormack am Donnerstag in Washington. "In jungen Demokratien gibt es manchmal Wechsel in der Regierung. Aber so lange diese Wechsel auf verfassungsgemäße, friedliche Weise vorgenommen werden, ist das Teil des demokratischen Prozesses."