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Trump-Sponsor:David Koch gestorben

Der konservative US-Unternehmer und Milliardär David Koch ist tot. Er sei im Alter von 79 Jahren verstorben, teilte sein älterer Bruder Charles am Freitag mit. Zusammen führten die beiden den Mischkonzern Koch Industries, das zweitgrößte Familienunternehmen in den USA. Bekannt - und in einigen Kreisen geradezu verhasst - sind die Kochs jedoch vor allem wegen ihres politischen Engagements.

Denn während etliche milliardenschwere US-Unternehmer - etwa Michael Bloomberg oder George Soros - mit ihrem Geld linksliberale Anliegen wie schärfere Waffengesetze fördern, stand David Koch dezidiert rechts. Koch war einer der wichtigsten Spender der Republikaner und hat nach Ansicht von Politikexperten maßgeblich dazu beigetragen, dass die Partei in den vergangenen Jahren weit konservativer und intoleranter geworden ist.

Koch nahm über ein Netzwerk aus von ihm geförderten Denkfabriken und Lobbyorganisationen Einfluss auf die Politik - vor allem im wirtschaftlichen Bereich. So war er ein harter Befürworter möglichst niedriger Steuersätze und einer möglichst kleinen Rolle des Staates in der Wirtschaft. Die Steuersenkungs- und Deregulierungspolitik, die zum Markenkern der Republikaner geworden ist, geht zu einem Gutteil auf ihn zurück. Gleiches gilt für die Ablehnung, auf die der Klimaschutz in weiten Teilen der Partei trifft: David Koch förderte Forscher, die Zweifel an der vom Menschen verursachten Erderwärmung säten.

Kochs ideologische Überzeugungen vermischten sich dabei mit seinen Geschäftsinteressen: Der Koch-Konzern ist im Öl- und Gasgeschäft tätig, in der Chemie- und Düngemittelfabrikation, im Rohstoffhandel und in der Agrarindustrie. Weniger staatliche Auflagen, etwa beim Arbeiter- und Umweltschutz, bedeuteten für die Koch-Brüder, deren Vermögen auf 31 Milliarden Dollar geschätzt wird, mehr Profit.

In den letzten beiden Jahren ist Kochs Einfluss bei den Republikaner jedoch gesunken. Der Unternehmer, dessen Firmen auch viele illegale Einwanderer beschäftigten, lehnte den isolationistischen Kurs von Präsident Donald Trump in der Handels- und Einwanderungspolitik ab. Das trug ihm Trumps Zorn ein.