bedeckt München 31°

Tod von Saddams Söhnen:USA zahlen Rekord-Kopfgeld

Nach der Ergreifung von Saddam Husseins Söhnen hat US-Außenminister Powell die Auszahlung der Belohnung von 30 Millionen Dollar veranlasst - das höchste Kopfgeld, das je von den USA bezahlt wurde.

Bisher habe die Rekordsumme bei zwei Millionen Dollar gelegen, die für die Ergreifung des Pakistaners Ramsi Jussef bezahlt worden sei, teilte Außenamtssprecher Richard Boucher mit. Er wurde wegen der Verwicklung in den ersten Anschlag auf das World Trade Center im Jahr 1993 verurteilt.

Am 3. Juli hatten die Vereinigten Staaten je 15 Millionen Dollar für Informationen über die beiden Söhne Udai und Kusai des Ex-Machthabers ausgesetzt. Auf Saddam Hussein sind bis zu 25 Millionen Dollar ausgesetzt -genauso viel wie auf El-Kaida-Chef Osama bin Laden.

Suche nach Saddam mit digital manipulierten Fotos

Die Suche nach dem irakischen Ex-Diktator Saddam Hussein setzen die USA jetzt mit digital manipulierten Fotos fort. Wie der Nachrichtensender CNN am Donnerstagabend (Ortszeit) berichtete, verteilte das Pentagon sechs verschiedene Bilder an die Truppen im Irak. Sie zeigen, wie der gestürzte irakische Präsident inzwischen aussehen könnte.

So sei Saddam auf einem Foto ohne seinen typischen Schnurrbart zu sehen, auf anderen ist er als grauhaariger Mann zu sehen, da die USA davon ausgehen, dass er sein Haar immer dunkel gefärbt hatte und dies auf der Flucht nicht mehr machen könne. Auf einer anderen Fotomontage sei Saddam mit einem langen Bart zu sehen.

Saddams Töchter in Jordanien

Saddams älteste Töchter Raghad und Rana halten sich in Jordanien auf. Nach Angaben eines Verwandten sind die Schwestern aus Syrien eingereist. Die beiden Frauen seien am Donnerstag mit ihren neun Kindern an Bord eines jordanischen Flugzeugs angekommen, das aus Syrien abgeflogen sei, sagte der enge Verwandte.

Raghad und Rana seien Ende April, rund zwei Wochen nach dem Einmarsch der US-Truppen in Bagdad, in das Nachbarland geflohen. Über den Verbleib ihrer Mutter Sajida konnte der Angehörige nichts sagen.

Jordanien hatte zuvor mitgeteilt, die beiden Töchter des irakischen Ex-Machthabers stünden "unter jordanischem Schutz". König Abdallah II. habe ihre Aufnahme "aus humanitären Gründen und wegen der schwierigen Lage in deren Heimatland" akzeptiert, sagte ein Regierungsvertreter.

Raghad und Rana hatten bereits im August 1995 in Jordanien Zuflucht gesucht. Sie waren ein Jahr später in Begleitung ihrer Ehemänner, Hussein Kamel Hassan und dessen Bruder Saddam Kamel Hassan, nach Irak zurückgekehrt. Die Männer wurden später zusammen mit einem Großteil ihrer Familie von Saddam Hussein in Bagdad wegen Verrats hingerichtet. Seitdem lebten die beiden Frauen zurückgezogen bei ihrer Mutter Sajida. Saddam Hussein hat noch eine dritte Tochter, Hala. Ihr Mann war nach dem Sturz Saddam Husseins von der US-Armee festgenommen worden.

(sueddeutsche.de/AFP/AP/dpa)

Zur SZ-Startseite