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Staatssekretäre:Die Überflüssigen aus der zweiten Reihe

Er ist der unbekannteste Spitzenpolitiker Bayerns: Karl Freller , geboren am 2.März 1956 in Schwabach, verheiratet, drei Kinder. Laut Homepage der Staatsregierung gehört er seit Oktober 1998 dem Kabinett Stoiber an, und zwar angeblich als Staatssekretär im Kultusministerium.

Seine Chefin Monika Hohlmeier lässt ihn viel durchs Land reisen. Sogar das Festival der Verkehrspuppenbühnen in Nürnberg durfte Freller eröffnen, auch die Fragestunden im Landtag bestreitet er selbständig. Wenn er nicht ausgewechselt wird, dann nur deshalb, weil ihn Stoiber vergessen hat.

So steil verlaufen Politiker-Karrieren nur selten: Kaum drei Jahre im Landtag, und schon saß Erika Görlitz aus Manching mit am Kabinettstisch - als Staatssekretärin im neuen Verbraucherministerium. Ein ruhiger und absolut überflüssiger Posten. Wenigstens ist er gut bezahlt. 11329 Euro verdient Görlitz im Monat. Stoiber will nach der Wahl beim Personal sparen: Hier sollte er dringend anfangen.

Im Gegensatz dazu ist das Geld für Hans Spitzner gut investiert: Allein schon deshalb, weil er es zehn Jahre lang mit Otto Wiesheu als Chef ausgehalten hat. Zum anderen, weil Spitzner auf der ganzen Welt für den Standort Bayern wirbt. Und sei es auf der Brauereimesse in St.Petersburg. Der 59-jährige Oberpfälzer mit Hang zum Frohsinn muss sich aber auf eine Auswechslung gefasst machen. Im Oktober fliegt er in die Türkei. Es könnte seine letzte Reise als Staatssekretär sein.

Der Polizei bleibt er als Sankt Blaulicht in Erinnerung, wenn er nun mit 63-Jahren in Pension geht. Zehn Jahre lang war Hermann Regensburger im Innenministerium Schutzpatron der bayerischen Polizei. Nach all den feierlichen Spatenstichen bei Straßenbauprojekten dürfte die Umstellung auf leichte Gartenarbeit für Regensburger kein Problem sein.

Sauters Pech war sein Glück: Georg Schmid kam 1999 als Ersatz-Schwabe für den geschassten Justizminister ins Kabinett. Als Sozialstaatssekretär fiel er politisch in der Folge nicht weiter auf. Mangels ministrabler Schwaben darf er wohl weiter bleiben.