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Sportwetten:Beliebt, aber verboten

Der Staat bekommt das größtenteils illegale Glücksspiel nicht in den Griff. Und was nun?

Mehr als 4,5 Milliarden Euro dürften in diesem Jahr bei Sportwetten umgesetzt werden. Das ist eine geschätzte Zahl aus einer unübersichtlichen Branche. Etwa 4500 Sportwettbüros stehen in deutschen Städten, die meisten noch nicht lange. Mehr als 130 Anbieter laden im Netz zum Wetten auf Sportereignisse ein. 16 von 18 Bundesligaklubs werden von Wettanbietern gesponsert. Der Markt wächst rasch - nur leider ist das Geschäft größtenteils illegal.

Ob ein Wettbüro an der Straßenecke oder eines der vielen Webangebote: All dies ist nach dem Gesetz nicht erlaubt. Das unkontrollierte Wachstum in diesem Markt offenbart, wie weit die Bundesländer, die das Glücksspiel weitgehend gemeinsam regeln, dabei ihr eigentliches Ziel verfehlt haben: wirkungsvollen Spielerschutz. Eigentlich sollten 20 Wettanbieter schon längst eine Erlaubnis haben; ihr Angebot wäre damit eine Weile legal. Diese Erlaubnisse hat der hessische Verwaltungsgerichtshof nun gestoppt und zugleich Teile des Glücksspielgesetzes als grundgesetzwidrig abgekanzelt.

Das zeigt dringenden Handlungsbedarf. Ganz offensichtlich haben sämtliche Versuche, Sportwetten und Online-Kasinos aus Deutschland auszusperren, nicht funktioniert. Jetzt muss endlich eine Regulierung her, die der Realität Rechnung trägt. Dazu gehören klare, strenge Regeln für Wettanbieter. Nur, wer sich dann daran hält, sollte geduldet werden.

© SZ vom 19.10.2015
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