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SPD und Linke:Bartsch: Weniger Prügel für die SPD

Der Bundesgeschäftsführer der Linken hat seine Partei aufgefordert, Freund und Feind zu unterscheiden. Die wahren Gegner seien wo anders zu finden - und nicht in der SPD.

Der Bundesgeschäftsführer der Linken, Dietmar Bartsch, hat seine eigene Partei zu einem vorsichtigeren Umgang mit der SPD aufgerufen. "Unsere politischen Hauptgegner sind die CDU und die CSU und die Neoliberalen in der FDP. Aber nicht die SPD", sagte Bartsch am Montag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. Deshalb sei es problematisch, wenn Linke-Politiker zunächst auf die Sozialdemokraten "einprügeln".

Dietmar Bartsch

(Foto: Foto: AP)

Es sei bedauerlich, dass die Union trotz ihrer Stimmen-Verluste bei den jüngsten Wahlen den "Schwarzen Peter" ins Feld der SPD spielen könne, obwohl diese zugelegt habe.

"Die Sozialdemokraten machen zwar keine gute Figur in der Bundesregierung. Aber ohne sie wäre Null Mindestlohn vereinbart worden und es wären noch mehr Soldaten im Ausland", sagte Bartsch. Die Trennlinie in der Politik verlaufe zwischen CDU/CSU und SPD und nicht zwischen SPD und Linker.

Auch bei den ersten Erfolgen der Grünen habe es in Deutschland einen Aufschrei gegeben. Heute spreche Hamburgs christdemokratischer Bürgermeister Ole von Beust "völlig normal" mit den Grünen über eine Koalition. SPD-Chef Kurt Beck habe sich mit der Öffnung seiner Partei zur Linken ebenfalls ganz normal verhalten, stellte Bartsch fest. "Es ist doch eine Trivialität, dass die Landesverbände selbst entscheiden, mit wem sie zusammenarbeiten wollen."

Außerdem würde die SPD in Schwierigkeiten kommen, wenn sie weiterhin in den Ländern Kooperationen mit der Linken ausschlösse, zeigte sich der Bundesgeschäftsführer überzeugt. Er sagte, nach der jüngsten Umfrage im Saarland etwa liege die SPD dort bei 25 und die Linke bei 19 Prozent.

© dpa/gba
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