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Reaktionen:"Brutalstmögliche Abstrafung" der SPD

Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber betonte, das Wahlergebnis bedeute für die CSU einen "ungeheuren Ansporn". Er werde "mit der Verantwortung sehr sorgsam umzugehen". Franz Maget, Spitzenkandidat der SPD erklärte, "dies ist ein Abend, ein Ergebnis, eine Stunde, wie sie für die bayerische SPD kaum schwerer sein kann".

Nur Minuten, nachdem der Riesenerfolg der CSU feststand, wurde Edmund Stoiber feierlich. "Das ist ein Tag, der weit über die nächsten Tage, Wochen, Monate oder sogar Jahre hinausreicht", beschwor der bayerische Ministerpräsident seine Anhänger. Der Wahltriumph von mehr als 60 Prozent der Stimmen sei ein "epochales Ergebnis", mit dem Auftrag eine neue Ära einzuleiten.

Franz Maget, so stellte Edmund Stoiber fest, habe unter einem Denkzettel gegen Berlin gelitten.

CSU-Generalsekretär Thomas Goppel bezeichnete den Wahlsieg seiner Partei im Bayerischen Fernsehen als "wahr gewordener Traum" und als einen deutlichen Auftrag, "in Berlin für Ordnung zu sorgen".

CDU-Chefin Angela Merkel gratulierte Stoiber für einen Riesenerfolg für Bayern. Die Wähler hätten ein klares Signal gegeben, "dass wir ein Problem haben in Deutschland, und das heisst Gerhard Schröder. Es wird eng für den Bundeskanzler." Wie Goppel kündigte Merkel für die Reformen im Herbst mehr Druck aus der Union an.

Das hohe Sieg der CSU bei der Landtagswahl in Bayern sei eine gute Ausgangslage für eine weitere verantwortungsvolle Politik der Christsozialen im Land, erklärte Goppel. Er gab am Sonntag in der ARD unter anderem den "schrägen" Vorstellungen von Rot-Grün im Bund die Verantwortung für den Wahlausgang.

Für den CSU-Spitzenkandidaten Edmund Stoiber sei das Ergebnis ein "deutlicher Auftrag", auch in Berlin für Ordnung zu sorgen.

"Schwere Stunde für die bayerische SPD"

" Franz Maget, Spitzenkandidat der SPD erklärte, "dies ist ein Abend, ein Ergebnis, eine Stunde, wie sie für die bayerische SPD kaum schwerer sein kann. Es ist eine Niederlage, wie ich sie abzuwenden hoffte. Das ist uns, das ist mir mir nicht nicht gelungen."

Maget sagte, die Rahmen- und Ausgangsbedingungen hätten es seiner Partei so schwer gemacht wie nie zuvor bei einer Landtagswahl.

Er habe zwar sein Bestes gegeben. Dies sei aber "sicher nicht ausreichend gewesen". Die Frage nach persönlichen Konsequenzen ließ Maget offen. Es sei "nicht die Stunde, voreilige Schlüsse zu ziehen" ,betonte er.

Es müsse nun auch mit den "Freunden in Berlin" über politische Grundsatzfragen zu reden. Man müsse nachdenken, was im Bund und in Bayern falsch gemacht wurde.

Bayerns SPD-Landeschef Wolfgang Hoderlein sah eine "brutalstmögliche Abstrafung" der Sozialdemokraten in Bayern.

"Bestes Ergebnis für die bayerischen Grünen"

Die Grüne Spitzenkandidatin Margarete Bause freute sich in der ARD über das "beste Ergebnis, das die bayerischen Grünen bei einer Landtagswahl je erzielt haben." Bayern, so Bause, braucht starke Grüne, "und das haben die Wähler bestätigt." Angesichts der Zwei-Drittel-Mehrheit der CSU sei Opposition nun nötiger denn je.

Die FDP-Landesvorsitzende Sabine Leutheusser-Schnarrenberger zeigte sich enttäuscht vom Wahlausgang. Die FDP hatte bei der Landtagswahl in Bayern ihrer Einschätzung nach einen schweren Stand. Die Wähler hätten der rot-grünen Bundesregierung einen Denkzettel verpassen wollen, sagte sie der ARD.

Davon habe in erster Linie die CSU profitiert, die FDP habe es als kleinere Oppositionspartei im Bund schwer gehabt. Ihre Partei habe lediglich einen "Zuwachs auf niedrigem Niveau" erreichen können.

"Deutlicher Denkzettel gegenüber der Bundesregierung"

Der CSU-Fraktionsvorsitzende Alois Glück sieht in dem Ergebnis seiner Partei bei den Landtagswahlen am Sonntag einen "deutlichen Denkzettel gegenüber der Bundesregierung".

Es sei ein "überragendes Ergebnis" für den Parteivorsitzenden und Ministerpräsidenten Edmund Stoiber, sagte Glück im ZDF. Es sei ein Votum der Bayern für eine starke Rolle der CSU auch in der Bundespolitik.

Eine Vorentscheidung für einen Kanzlerkandidaten der Union im Jahr 2006 sei die Entscheidung allerdings nicht. Das Resultat sei zwar ein überragendes Ergebnis für Ministerpräsident Edmund Stoiber, so Glück im ZDF. "Ganz sicher haben die Bayern aber nicht an Personalentscheidungen in Berlin gedacht." Das Ergebnis sei auch ein "deutlicher Denkzettel in Richtung Berlin."

Der bayerische Grünen-Landesvorsitzende Sepp Daxenberger sieht seine Partei mit ihrem Zuwachs bei der Landtagswahl in Bayern im Bundestrend. Mit dem Ergebnis habe seine Partei "einen deutlichen Auftrag" bekommen, sagte Daxenberger im Bayerischen Fernsehen. Zugleich seien die Themen der Grünen gestärkt worden. Damit sei es möglich, "anständig Opposition zu machen".

Die Ex-Bundesvorsitzende der Grünen, Claudia Roth, erklärte, die Wähler würden ihrer Partei vertrauen, weil "diese Partei über Legislaturperioden hinausdenkt". Auch hätten die Politiker in Land und Bund an einem Strang gezogen. "Wir haben nicht trotz, sondern mit Berlin in dieser Wahl gewonnen."

(sueddeutsche.de/dpa/AP)