Randale in Stockholm Schwedische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Polizisten

Der Tod eines Mannes gilt als Auslöser der Krawalle in Schweden - Polizisten hatten ihn nach eigenen Angaben aus Notwehr erschossen. Nun hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen einen Polizisten eingeleitet.

Nach tagelangen Ausschreitungen in Schweden ermittelt die Staatsanwaltschaft nun gegen einen Polizisten. Er werde "der fahrlässigen Tötung verdächtigt", sagte ein Sprecher und bestätigte damit einen Fernsehbericht. Sein Mandant habe die Anschuldigungen bestritten, sagte der Anwalt des Polizisten. Der Verdächtige soll Ende der Woche vernommen werden.

Am 13. Mai hatten Polizisten im Stockholmer Vorort Husby einen 69-jährigen Mann nach eigenen Angaben aus Notwehr erschossen. Der Tod des Immigranten aus Portugal gilt als Auslöser für mehrere Krawalle in Stadtvierteln und Vororten Stockholms, in denen vorwiegend Einwanderer wohnen.

Nach Angaben der schwedischen Nachrichtenagentur TT hatte der Getötete die Beamten zuvor mit einer Machete bedroht und ließ sich trotz des Einsatzes von Blendgranaten nicht entwaffnen.

Anwohner aus Husby warfen der Polizei nach dem tödlichen Einsatz Rassismus und übertriebene Gewaltanwendung vor. Bei den folgenden Ausschreitungen wurden etwa 150 Autos und mehrere Gebäude angezündet. Die Vorfälle führten zu einer landesweiten Debatte über die Integration von Immigranten. Sie machen etwa 15 Prozent der schwedischen Bevölkerung aus.