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Protest in Israel gegen Gaza-Krieg:"Wir müssen das Feuer einstellen"

Die israelischen Proteste gegen den Krieg im Gaza-Streifen reißen nicht ab. Auch drei der bekanntesten Schriftsteller fordern ein schnelles Ende der Gewalt.

In Israel regt sich Widerstand gegen die Eruption der Gewalt im Süden des Heiligen Landes. Auch drei der bekanntesten Schriftsteller Israels sprachen sich nun für eine Waffenruhe mit der radikalislamischen Hamas aus.

Eine israelische Rakete schlägt im nördlichen Gaza-Streifen ein: Israelische Schriftsteller fordern ein Ende des Beschusses.

(Foto: Foto: Reuters)

"Um neue Tote und Zerstörung zu verhindern, müssen wir das Feuer innerhalb von 48 Stunden komplett einstellen - und auch wenn ihr (Palästinenser) auf Israel schießt, wir werden die Zähne zusammenbeißen und nicht zurückschlagen", schrieb David Grossman in einem Beitrag für die israelische Zeitung Haaretz.

Die Zeit für einen "völligen Waffenstillstand" auf beiden Seiten sei gekommen, sagte Amos Oz der italienischen Corriere della Sera.

Autor A. B. Yehoshua sagte der Zeitung Stampa: "Je weniger Blut fließt, um so besser ist es für die Zukunft." Yehoshua, der wie Oz und Grossman als große literarische Stimme der Gegenwart gilt, stellte zugleich klar, dass er den Einsatz gegen die im Gaza-Streifen herrschende Hamas für richtig halte.

"Die israelische Operation ist notwendig, aber man muss ihr schnell ein Ende setzen (...) Wir sind doch immer noch Nachbarn." Oz machte in seinem Interview zudem ein Ende des Raketenbeschusses aus dem Palästinensergebiet und die Aufhebung der israelischen Blockade des Gaza-Streifens zur Bedingung für einen Waffenstillstand.

Unterdessen haben im Jemen Hunderte Demonstranten das ägyptische Konsulat gestürmt und gegen die Rolle Kairos bei den israelischen Luftangriffen auf den Gaza-Streifen protestiert.

Aus Sicherheitskreisen verlautete, die Demonstranten hätten Computer aus den Fenstern geworfen und die ägyptische Flagge auf dem Dach des zweistöckigen Gebäudes in Aden angezündet.

Später verließen sie das Konsulat, das von Sicherheitskräften umstellt wurde. In zahlreichen arabischen Ländern wird Ägypten vorgeworfen, den israelischen Angriffen auf den Gaza-Streifen zugestimmt zu haben.

Unterdessen fing die israelische Marine ein Schiff mit Hilfslieferungen an den Gaza-Streifen ab. Die internationale Organisation Free Gaza Movement erklärte, ihr Boot mit 3,5 Tonnen medizinischer Ausrüstung sei am Dienstag von dem israelischen Schiff in internationalen Gewässern gerammt und beschossen worden.

Das israelische Außenministerium bestritt, dass das Boot mit europäischen und amerikanischen Aktivisten an Bord beschossen worden sei, räumte aber einen "physischen Kontakt" ein. Das Schiff habe nicht auf den Funkkontakt reagiert und es sei zu einem Zusammenstoß gekommen, sagte ein Sprecher.

Israelisches Militär stoppt Hilfslieferung

Dann sei es zurück in zyprische Gewässer eskortiert worden. Israel hatte im Zuge der Luftangriffe auf den palästinensischen Gaza-Streifen die Küstenzone zum militärischen Sperrgebiet erklärt.

Bei den israelischen Luftangriffen im Gaza-Streifen sind nach palästinensischen Angaben am Dienstag auch zwei Mädchen im Alter von vier und elf Jahren getötet worden. Nach Krankenhausangaben waren die beiden Schwestern aus Bet Lahia im nördlichen Gaza-Streifen unter den insgesamt zehn Toten der Angriffe in der Nacht.

Die Mädchen wurden nach Augenzeugenberichten getötet, als die israelische Luftwaffe einen Eselkarren beschoss, auf dem die Kinder saßen. Ein Armeesprecher sagte, man prüfe den Bericht.

Sieben weitere Menschen wurden nach palästinensischen Angaben getötet, als das Haus eines Kommandeurs der radikal-islamischen Hamas-Organisation in Bet Lahia getroffen wurde.

Bei den Opfern soll es sich um Nachbarn und Passanten handeln. Der zehnte Tote war nach Angaben der Gesundheitsbehörde ein Wächter einer UN-Schule, der bei einem Angriff auf eine nahe gelegene Polizeistation in Chan Junis tödliche Verletzungen erlitten habe.

Insgesamt wurden in Gaza seit dem Beginn der Angriffe am Samstag etwa 360 Menschen getötet, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Etwa 1700 Menschen seien verletzt worden.

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