Nach dem Notverkauf der Landesbank Sachsen Sachsens Finanzminister kündigt Rücktritt an

Horst Metz zieht Konsequenzen aus der Krise der Sachsen LB und reicht seinen Rücktritt zum 30. September ein. Den Verkauf der Bank verteidigt er aber weiterhin.

Wenige Tage nach dem Notverkauf der SachsenLB hat Sachsens Finanzminister Horst Metz seinen Rücktritt erklärt.

Finanzminister Horst Metz reicht seinen Rücktritt ein - und zieht so die Konsequenzen aus dem Notverkauf der Sachsen LB.

(Foto: Foto: dpa)

Er habe sich die Frage nach der Verantwortung gestellt und werde sein Amt zum 30. September zur Verfügung stellen, sagte der CDU-Politiker am Freitag auf einer Landtagssondersitzung in Dresden.

Der 62-Jährige fügte hinzu, "Ich habe innegehalten in den letzten Tagen und für mich eine persönliche Entscheidung getroffen." Er werde an der Aufarbeitung der Vorgänge weiter mitarbeiten.

Metz hatte zuvor in einer Regierungserklärung den Verkauf der Landesbank erneut verteidigt. Unter den gegebenen schwierigen Umständen sei dies eine gute Lösung. Die SachsenLB sei von einem "historisch einmaligen Versagen der Finanzmärkte" betroffen gewesen, das niemand vorausgesagt habe.

Metz war als Finanzminister auch Vorsitzender des Verwaltungsrats der SachsenLB. In der Erklärung betonte er, nicht ausreichend über das Ausmaß der Krise informiert gewesen zu sein. Die Opposition hielt Metz und Regierungschef Georg Milbradt (CDU) dagegen vor, für die Krise die politische Verantwortung zu tragen.

Die SachsenLB hatte sich mit einer Tochtergesellschaft in großem Stil am US-Hypothekenmarkt verspekuliert und wurde am vergangenen Wochenende Hals über Kopf an die Landesbank Baden-Württemberg verkauft.

Der Verkauf war am Wochenende ohne Zustimmung des Parlaments erfolgt, das nun nachträglich unterrichtet werden musste. Die CDU-SPD-Regierung in Dresden hatte sich auf eine Notlage berufen.