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Konjunkturpaket:Auch im Sinne der Jugend

Es mag nicht visionär sein, aber es hilft.

Je Kind bekommen Familien 300 Euro, die Mehrwertsteuer wird gesenkt, Firmen dürfen Verluste leichter verrechnen und Investitionen besser abschreiben: In Sondersitzungen haben Bundestag und Bundesrat am Montag einige der besonders dicken Brocken aus dem Konjunkturpaket beschlossen, das insgesamt 130 Milliarden Euro schwer ist.

Gemessen an den finanziellen Dimensionen blieb die Kritik bislang erstaunlich zahm. Die Maßnahmenpaket erfährt über das gesamte politische Spektrum hinweg breite Zustimmung. Zu Recht, denn es ist viel Richtiges drin, und der beispiellose Einbruch durch die Pandemie erfordert politisches Handeln, das ohne Beispiel ist.

Am Montag aber gab es doch noch Fundamentalkritik: Vertreter der Jugend kritisierten, das Paket bestehe aus kurzfristigen Einzelmaßnahmen, und forderten stattdessen Investitionen in Klimaschutz und Soziales. Und sie wollen, dass Hilfen für Firmen an Auflagen auf ebendiesen Feldern geknüpft sind. Doch abgesehen davon, dass in dem Paket durchaus Zukunftsinvestitionen stecken: Ohne Ad-hoc-Hilfen, die genau das und nur das tun - der Konjunktur rasch und unkompliziert helfen - wäre es schlicht kein Konjunkturpaket. Zu retten, was zu retten ist, mag nicht in allen Details visionär sein. Es ist aber sehr wohl auch im Sinne der Jugend.

© SZ vom 30.06.2020
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