Kim und Putin Lächeln für mehr Stabilität

Das Gipfeltreffen in Wladiwostok erfüllte vor allem für den nordkoreanischen Machthaber seinen Zweck. Sein Land wird zu einem ganz normalen Nachbarn von Russland, China, Südkorea.

Kommentar von Christoph Neidhart

Große Worte, Beschwörungen der Völkerfreundschaft und der Ruf nach einer neuen Sicherheitsarchitektur für Nordostasien prägten den ersten Gipfel des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un. Konkrete Resultate erbrachte das Treffen keine. Aber das störte die beiden auch nicht.

Für Abrüstungsverhandlungen ist Putin die falsche Adresse. Auch er pocht auf Denuklearisierung, aber mit geringerer Priorität als die USA, und als Vermittler wird ihn US-Präsident Donald Trump ablehnen. In der Frage der Beendigung von Wirtschaftssanktionen, seinem dringlichsten Anliegen, weiß Kim Moskau auf seiner Seite. Doch hier sind Putin die Hände gebunden, die Beschlüsse des Sicherheitsrats gelten auch für ihn.

Dennoch war das Treffen von Bedeutung. Es bot Kim Gelegenheit, sich erneut als Staatschef zu präsentieren, auch dem eigenen Publikum. Zugleich vernetzt er sich immer besser. Nordkorea wird langsam zu einem fast normalen Nachbarn Südkoreas, Chinas und Russlands; nur mit Japan hapert es noch. Damit verliert der harte Kurs Washingtons an Glaubwürdigkeit. Wenn sich Kim lächelnd mit Putin und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping fotografieren lässt, ist das bereits ein Beitrag zu mehr Stabilität in Nordostasien.