Juso-Chefin im Verein "Rote Hilfe" "Sie sympathisiert mit dem Terror"

Die neue Juso-Chefin Drohsel will Mitglied im umstrittenen Verein "Rote Hilfe" bleiben. Politiker von Union und FDP fordern ihren Rücktritt - und wollen eine Aussage von Kurt Beck.

Unions- und FDP-Politiker haben die neue Juso-Vorsitzende Franziska Drohsel wegen ihrer Mitgliedschaft in der vom Verfassungsschutz beobachteten linken Organisation "Rote Hilfe" scharf attackiert. Der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende Wolfgang Bosbach (CDU) verlangte in der Bild-Zeitung eine Stellungnahme von SPD-Chef Kurt Beck.

Umstrittene Juso-Chefin: Franziska Drohsel.

(Foto: Foto: dpa)

"Man stelle sich einmal vor, Philipp Mißfelder, der Vorsitzende der Jungen Union, wäre Mitglied in einem rechtsradikalen Verein. Es würde zu Recht einen Aufschrei von Flensburg bis Mittenwald geben", sagte Bosbach der Bild-Zeitung. Beck müsse sagen, "ob die Mitgliedschaft von Frau Drohsel in einer linksextremistischen Organisation vereinbar ist mit den Grundsätzen der Sozialdemokratie".

"Eine Juso-Vorsitzende, die ehemalige RAF-Terroristen unterstützt, ist untragbar", sagte CSU-Generalsekretärin Haderthauer der Süddeutschen Zeitung. Das zeuge "von einer linksextremistischen Gesinnung, die mit einem Führungsamt in einer demokratischen Partei nicht vereinbar ist". Auch Haderthauer forderte SPD-Chef Kurt Beck zum Handeln auf.

"Er muss entscheiden, ob Drohsel noch dem SPD-Vorstand angehören soll. Wer ein NPD-Verbot fordert und gleichzeitig Linksextreme an der Parteispitze duldet, macht sich unglaubwürdig." Juso-Vorsitzende gehören automatisch dem SPD-Vorstand an.

Das FDP-Vorstandsmitglied Johannes Vogel forderte Drohsel in der Bild-Zeitung auf, aus dem Verein auszutreten. Ähnlich äußerte sich der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz in der SZ.

Er sagte, Drohsel sei gut beraten, ihre Mitgliedschaft in der "Roten Hilfe" zu überdenken, da diese Organisation aus guten Gründen vom Verfassungsschutz beobachtet werde.

Drohsel will nicht austreten

Die am vergangenen Wochenende zur neuen Vorsitzenden der SPD-Nachwuchsorganisation gewählte 27-jährige Berliner Juristin wies unterdessen die Rücktrittsforderung zurück.

Die Mehrheit der Jusos und sie selber seien der Auffassung, dass "die Mitgliedschaft und das Amt als Juso-Bundesvorsitzende nicht im Widerspruch zueinander stehen", teilte Drohsel mit. Das zeige auch ihr Wahlergebnis von 76 Prozent. Sie werde daher nicht aus der "Roten Hilfe" austreten.

Die CDU-Studentenorganisation RCDS bezeichnete Drohsel als "Terror-Sympathisantin". Die "Rote Hilfe" unterstützt linke Demonstranten, die bei Kundgebungen festgenommen werden. Sie ruft zudem zur Solidarität mit inhaftierten RAF-Terroristen auf. Von diesen Aufrufen distanzierte Drohsel sich und erklärte: "Keinesfalls trage ich sämtliche Positionen der Roten Hilfe."