Insolvenz beendet Möllemann-Gläubiger bleiben auf Schulden sitzen

Das private Insolvenzverfahren gegen den im Jahr 2003 verstorbenen Jürgen Möllemann ist zu Ende. Übrig bleiben Schulden in Höhe von drei Millionen Euro.

Mehr als fünf Jahre nach dem Tod des FDP-Politikers Jürgen Möllemann hat das Amtsgericht Münster am Mittwoch das Insolvenzverfahren über sein Vermögen abgeschlossen. Aktivposten in Höhe von knapp 1,3 Millionen Euro hätten Schulden in Höhe von 4,4 Millionen Euro gegenübergestanden, sagte Insolvenzverwalter Norbert Kruse.

Der frühere FDP-Spitzenpolitiker Jürgen Möllemann hat seinen Gläubigern mehr als drei Millionen Euro Schulden hinterlassen.

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Der Kreis von Gläubigern sei Kruse zufolge "klein, aber größer als eins". Hauptgläubiger ist das Finanzamt, das nun auf Forderungen über rund drei Millionen Euro sitzenbleiben wird. Möllemann war am 5. Juni 2003 bei einem Fallschirmsprung ums Leben gekommen.

Möllemanns Vermögen beruht vor allem auf Immobilienwerten. Ein Ferienhaus auf der Insel Gran Canaria war ebenso Teil der Insolvenzmasse wie die Hälfte seines Anwesens in seiner Heimatstadt Münster. Dieser Teil des Vermögens war aus der Insolvenz heraus an Möllemanns Witwe Carola Möllemann-Appelhoff verkauft worden.

Die Steuerschulden gehen unter anderem auf Geschäfte Möllemanns zurück, die er über seine Firma WebTec abgewickelt hatte. Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft soll er unter anderem Parteispenden eingeworben und nicht ordentlich versteuert haben. Damit hatte er unter anderem ein umstrittenes Flugblatt finanziert.

Darin griff er Ariel Scharon und Michel Friedmann an, was in Deutschland eine Antisemitismus-Debatte auslöste. Führende FDP-Politiker hatten das schwache Abschneiden der Partei bei der Bundestagswahl 2001 auch auf die Flugblattaktion zurückgeführt. Möllemann war daraufhin zum Rücktritt vom stellvertretenden Parteivorsitz gedrängt worden.

Kurz vor dem Möllemanns Todessprung hatte die Staatsanwaltschaft im Zuge der FDP-Parteispendenaffäre seine Wohnräume sowie andere Immobilien Möllemanns wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung durchsucht. Nach der Todesnachricht wurden die Ermittlungen eingestellt. Im Juni 2005 war das Insolvenzverfahren über Möllemanns Nachlass eröffnet worden.