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Holocaust-Mahnmal:Degussa bleibt dabei

Der Degussa-Konzern bleibt nun doch am Bau des Berliner Holocaust-Mahnmals beteiligt. Das Kuratorium der Mahnmals-Stiftung entschied, weiterhin den Graffitischutz des Unternehmens zu verwenden, wie der Vorsitzende des Kuratoriums, Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD), mitteilte.

Es werde weiter mit allen beteiligten Firmen gearbeitet, sagte Thierse.

Einige Kuratoriumsmitglieder hatten dafür plädiert, die Firmen auszuschließen. Zur Begründung verwiesen sie darauf, dass eine Tochtergesellschaft des Chemieunternehmens, Degesch, in der NS-Zeit das Gift Zyklon B zur Tötung von Juden und anderen Verfolgten produziert hatte.

Das Kuratorium war zusammengekommen, um über die Degussa-Beteiligung zu enscheiden.

Neben dem Graffiti-Schutz hatte eine Tochterfirma von Degussa den Beton-Verflüssiger für das Mahnmal geliefert.

Nach Bekanntwerden der Degussa-Beteiligung war an dem Mahnmals-Gelände ein vorläufiger Baustopp verhängt worden.

Andere Mitglieder des Kuratoriums machten geltend, dass gerade Degussa in großem Umfang Vergangenheitsbewältigung geleistet und sich beim Zwangsarbeiterfonds engagiert habe.

Weitgehend ausgeschlossen war im Vorfeld, dass die bereits aufgestellten Stelen wieder abgerissen werden müssten.