Hintergrund Wer ist Martin Hohmann?

Der CDU-Abgeordnete ist seit 1998 im Bundestag. Der aus dem osthessischen Neuhof bei Fulda stammende Vater von drei Kindern gilt als strenger Katholik und Vertreter des rechten Parteiflügels. Ein Porträt in Zitaten.

Bis 1984 arbeitete Hohmann als Terrorismus-Experte für das Bundeskriminalamt. In diesem Jahr wurde er zum Bürgermeister von Neuhof bei Fulda gewählt. 1998 übernahm er den Wahlkreis - und die rechtskonservative Position - von Alfred Dregger (CDU) und wurde in den Bundestag gewählt.

Am 25. Juni 1999 sprach sich Hohmann im Bundestag gegen ein Holocaust-Mahnmal in Berlin aus. "Was sagen unsere Auftraggeber, unsere Wähler? Viele reden darüber nur hinter vorgehaltener Hand. Das ist in der Demokratie kein gutes Zeichen. Ganz überwiegend wird das Holocaust-Mahnmal abgelehnt, übrigens auch von vielen Intellektuellen, auch von vielen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern. Nicht wenige empfinden das geplante Mahnmal als ein Kainsmal, als Ausdruck der Selbstächtung." Außerdem stellte er fest: "Fast drei Generationen Bußzeit bis heute. Es sollten nicht sechs oder sieben werden. Insofern wäre das Mahnmal auch monumentaler Ausdruck der Unfähigkeit, uns selbst zu verzeihen."

Am 30. Mai 2001 stellt Hohmann im Bundestag zum Thema Zwangsarbeiterentschädigung fest: "Wir alle wissen, welch unsägliches Leid jüdischen Menschen und Menschen anderer Völker durch Deutsche im letzten Jahrhundert beigebracht worden ist. Aber dieses Argument braucht kein wahrheitswidriges Übertreiben und kein übermäßiges Moralisieren."

Am 28. November 2001 gehört er zu den Kritikern der des für die umstrittene Wehrmachtsausstellung verantwortlichen Multimillionär Jan Philipp Reemtsma: "Reemtsma versucht mit der Ausstellung die Reinwaschung seiner Familie. Sie hat mit Systemnähe in der NS-Zeit Riesenprofite gescheffelt. Zweifache Opfer sind die Wehrmachtssoldaten: Damals, im Zweiten Weltkrieg, zerstörten sie mit Nikotin und Teer aus Reemtsma-Zigaretten ihre Lungen und betäubten ihr Hungergefühl. Heute sind sie als alte Männer der wissenschaftlich daherkommenden verallgemeinernden Schmähkritik der Reemtsma-Ausstellung ausgesetzt."

Am 16. Januar 2002 äußert sich Hohmann zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum islamischen Schächten: Das Urteil sei "ein neues verhängnisvolles Zeichen" und eine Zumutung für die Mehrheit der Deutschen. Während in islamischen Ländern Christen verfolgt würden, nutzten Moslems die Instrumente des deutschen Rechtsstaats für ihre Ziele aus: "Wann werden in Deutschland mit dem Segen des Bundesverfassungsgerichts Diebe amputiert und Ehebrecherinnen gesteinigt, weil Religion und Sitte der Muslime es eben erfordern?"

Am 8. November 2002 erklärt Hohmann in einer Pressemitteilung zum Adoptionsrecht für Homosexuelle: "Zweifellos steht nämlich die Tolerierung und aktive Propagierung der Homosexualität in kausalem Zusammenhang mit dem größten Problem der deutschen Gesellschaft, ihrem Bevölkerungsrückgang."

Am 5. Dezember 2002 wendete sich Hohmann in einer Presseerklärung gegen den EU-Beitritt der Türkei: "Wie Feuer und Wasser verhalten sich die Kulturen der Türkei und Europas. Das Ausbreiten des jeweils einen führt zum Ende des jeweils anderen."

(sueddeutsche.de/AP/dpa)