Gerard Davison Früherer IRA-Anführer in aller Öffentlichkeit erschossen

Mitten in der nordirischen Hauptstadt Belfast schießen Unbekannte mehrmals auf den früheren IRA-Kommandanten Gerard Davison. Er erliegt seinen Verletzungen.

Ein früherer Kommandant der Provisional Irish Republican Army ist am Dienstagmorgen in Belfast auf offener Straße erschossen worden. Das berichten der Guardian und andere britische Medien. Gerard "Jock" Davison wurde in der nordirischen Hauptstadt mit mehreren Schüssen niedergestreckt. Er war in seinen späten Vierzigern.

Davison war in den 1980er Jahren innerhalb der paramilitärischen Organisation PIRA, die aus der Spaltung der IRA hervorging, zu einem ranghohen Mitglied aufgestiegen.

Wie der Guardian schreibt, vertrat Davison die Provisional IRA in Belfast. Später habe er die Strategie der Partei Sinn Féin unterstützt, mit der die palamilitärische Organisation traditionell eng verbunden war. Deren Ziel besteht darin, die zum Vereinigten Königreich gehörenden Grafschaften Nordirlands in das Staatsgebiet der Republik Irland einzugliedern.

Am Tatort versammelte sich nach den tödlichen Schüssen auf Davison ein großes Polizeiaufgebot. Der nordirische Politiker und Unterhausmitglied Alasdair McDonnell verurteilte die Tat dem Guardian zufolge: "Das ist ein abscheuliches Verbrechen. Meine Gedanken und Gebete sind in dieser traumatischen Stunde bei der Familie des Toten." Über die Täter und deren Verbleib ist derzeit nichts bekannt.