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Gaza-Streifen:Moschee bombardiert - Ausländer verlassen Kampfzone

Israel setzt seine Angriffe ohne Pause fort: Am siebten Tag des Krieges greift die Luftwaffe eine Moschee an, die als Waffenlager gedient haben soll - die Hamas kündigt einen "Tag des Zorns" an.

Die israelische Luftwaffe hat auch am siebten Tag der Militäroffensive gegen die radikal-islamische Hamas Angriffe auf Ziele im Gaza-Streifen geflogen. Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira berichtete an diesem Freitagmorgen von einer Reihe von Luftschlägen. Der israelische Rundfunk sprach von fünf Luftschlägen kurz vor Mitternacht. Bei den Angriffen wurden laut Zeugen in Gaza-Stadt mehrere Menschen verletzt.

Löscharbeiten nach den Angriffen: Auch am siebten Tag in Folge setzte Israel seine Attacken fort

(Foto: Foto: AP)

In israelischen Medien hieß es unter Berufung auf die Luftwaffe in der Nacht zum Freitag, Kampfflugzeuge hätten eine Moschee im Flüchtlingslager Dschabalija im nördlichen Gaza-Streifen angegriffen. Augenzeugen zufolge wurde die Moschee der Märtyrer völlig zerstört.

Israelische Sicherheitskreise teilten mit, das Gotteshaus sei von den Islamisten der Hamas als Befehlsstand und Treffpunkt genutzt worden. Eine große Zahl von Folgeexplosionen deutete darauf hin, dass in dem Gebäude Raketen und andere Waffen gelagert gewesen seien. Es sei die fünfte Moschee, die seit Beginn der Militäroperation am vergangenen Samstag bombardiert wurde, schrieb der israelische Onlinedienst ynet.

Hamas ruft zum "Tag des Zorns" auf

Israels Außenministerin Zipi Livni hatte kurz zuvor noch einmal betont, Israel werde die Militäroffensive im Gaza-Streifen so lange weiterführen, bis Militante aufhören, Südisrael zu beschießen. Es sei nicht eine Frage eines Zeitplanes, sondern eine Frage der Ziele, sagte Livni am Donnerstag dem israelischen Fernsehen.

Man werde die Situation täglich überprüfen, das israelische Militär habe weitere Ziele im Visier. "Dann wird es einen Punkt geben, an dem wir sehen werden müssen, ob die Hamas es begreift und mit dem Beschuss aufhört", sagte die Außenministerin weiter.

Israel werde seine Angriffe bereuen, sagte Hamas-Vertreter Ismail Radwan im Fernsehen. Für Freitag, den die Hamas zum "Tag des Zorns" ausgerufen hatte, wurde im Westjordanland und in Ost-Jerusalem mit palästinensischen Protesten gegen Israel gerechnet. Die israelische Polizei mobilisierte deshalb Tausende Sicherheitskräfte. Im Westjordanland gilt seit Mitternacht für 48 Stunden eine Ausgehsperre sowie ein Einreiseverbot.

Ban Ki Moon: "Vom Abgrund zurücktreten"

Die von Verteidigungsminister Ehud Barak angeordnete Maßnahme soll bis Samstag um Mitternacht gelten, hieß es in einer Erklärung des israelischen Militärs. In humanitären und medizinischen Notfällen würden Ausnahmen gemacht. Die Zeitung Jerusalem Post schrieb, die Behörden hätte auf Warnungen vor möglichen Attentatsversuchen durch militante Palästinenser in Folge der israelischen Offensive im Gaza-Streifen reagiert.

Angesichts der dauernden Angriffe gestattet Israel jetzt mehr als 400 Ausländern, den Gazastreifen zu verlassen. Wie der israelische Rundfunk weiter berichtete, sollen die Botschaften der betreffenden Ausländer Israel darum gebeten haben. Viele Ausländer wollen den Gazastreifen aus Furcht vor einer israelischen Bodenoffensive verlassen.

Die israelische Luftwaffe hatte am Donnerstag nach Angaben einer Militärsprecherin rund 60 neue Angriffe auf den Gaza-Streifen geflogen. Gleichzeitig feuerten militante Palästinensergruppen mehr als 40 Raketen und Mörsergranaten zum Teil weit in das israelische Kernland ab.

Bei den israelischen Luftschlägen wurde erstmals ein Mitglied des engsten Führungszirkels der radikal-islamischen Hamas getötet, Auch dessen Frau und acht Kinder starben. Bei der israelischen Offensive sind nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza bisher mindestens 414 Palästinenser getötet und 2070 weitere verletzt worden. An den Folgen der palästinensischen Raketenangriffe sind bisher vier Israelis gestorben.

Unterdessen gehen die diplomatische Bemühungen um eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas weiter. Der UN- Sicherheitsrat hatte Israel und die Hamas in den letzten Stunden des alten Jahres noch einmal eindringlich zu einer Waffenruhe aufgerufen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon drängte die Konfliktparteien, umgehend "vom Abgrund zurückzutreten".

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas (Fatah) will sich jetzt beim Weltsicherheitsrat für eine Waffenruhe einsetzen. Abbas werde solange in New York bleiben, bis es eine Resolution mit einer klaren Zeitvorgabe für ein Ende der Gewalt gebe, sagte Abbas-Sprecher Jassir Abed Rabbo in Ramallah.

Unterdessen droht Israel weiter mit einer Bodenoffensive im Gaza-Streifen. Der israelische Rundfunk meldete, dass mehrere tausend Soldaten am Rande des Gaza-Streifens auf ihren Einsatzbefehl warteten, darunter viele Reservisten. Der Bodeneinsatz mit starken Verbänden solle nach Vorstellung der Armee heftig und kurz sein, hieß es.