G36 Mängel im Ministerium

Durch die Probleme des umstrittenen Sturmgewehrs der Bundeswehr ist kein deutscher Soldat zu Schaden gekommen. Eine Expertenkommission stellt aber erhebliche Organisationsmängel in den Behörden fest.

Von Christoph Hickmann, Berlin

Durch die Präzisionsprobleme des Sturmgewehrs G36 ist nach dem Urteil einer Expertenkommission keinem Bundeswehr-Soldaten im Gefecht ein Schaden entstanden. Nach Informationen der SZ geht dies aus dem Bericht einer Gruppe unter Leitung des ehemaligen Grünen-Bundestagsabgeordneten Winfried Nachtwei hervor, der an diesem Mittwoch vorgestellt werden soll. Demnach hatten die Experten, zu denen auch der ehemalige Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus zählt, für ihre Untersuchung unter anderem 150 Soldaten persönlich zu ihren Erfahrungen im Gefecht befragt. In einer weiteren vom Verteidigungsministerium in Auftrag gegebenen Untersuchung zum G36, die auch an diesem Mittwoch vorgestellt werden soll, werden erhebliche Organisationsmängel im Ministerium sowie den nachgeordneten Behörden beschrieben. Zudem wird dort eine teilweise kritische Nähe zwischen der Herstellerfirma Heckler & Koch und befassten Beamten konstatiert. Allerdings wurde keine Korruption nachgewiesen.