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Europäsiche Union:Lieferengpass bei Impfstoff

Astra Zeneca wird zunächst weniger Corona-Impfstoff an die EU liefern als geplant. Sollte der britisch-schwedische Konzern die Zulassung der EU erhalten, werde die Menge zu Beginn niedriger sein, sagte eine Unternehmenssprecherin am Freitag, ohne genauere Zahlen zu nennen. Grund seien geringere Erträge an einem Produktionsstandort "innerhalb unserer europäischen Lieferkette", so das Unternehmen. Ein hochrangiger EU-Vertreter sagte am Freitag der Agentur Reuters, die Zahl der Impfdosen von Astra Zeneca im ersten Quartal werde mit 31 Millionen Stück rund 60 Prozent niedriger ausfallen als geplant. Es wird erwartet, dass die Europäische Arzneimittel-Agentur den Wirkstoff am 29. Januar zur Zulassung empfiehlt; Ungarn hat bereits eine Notfallzulassung erteilt. Premier Viktor Orbán sagte, schnelle Impfungen erreiche man, wenn man mehrere Impfstoffe zulasse. Der Wettbewerb würde die Hersteller zwingen, schneller zu liefern. Ungarn hat auch zwei Millionen Dosen des russischen Impfstoffs Sputnik V bestellt. Die EU-Kommission reagierte gelassen auf die Ankündigung Ungarns, parallele Verhandlungen mit Produzenten seien erlaubt, wenn es sich nicht um solche handele, mit denen die EU auch als Ganzes verhandele, sagte ein Sprecher am Freitag in Brüssel. Auf EU-Ebene gebe es aber bisher keine Verhandlungen für Sputnik V. Darum sei auch die Ankündigung von Kanzlerin Angela Merkel unproblematisch, die Russland am Donnerstag Unterstützung für Sputnik V angeboten hatte.

© SZ vom 23.01.2021 / kmb
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