Erdogan-Rede in Köln im Wortlaut "Assimilation ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit"

Warum? Wir hatten erklärt, dass wir die Enkel von Süleyman dem Prächtigen sind. Was hatten wir gesagt? [Der Ministerpräsident zitiert zwei Zeilen von Süleyman dem Prächtigen] "Das Volk verehrt am meisten den Staat, es gibt jedoch nichts wichtigeres auf der Welt als die Gesundheit."

Das ist so wichtig, so bedeutend. Kann es einen Staat geben, der sich nicht um die Gesundheit seines Volkes kümmert? Das hat es gegeben. Nun, wir korrigieren das jetzt. Natürlich hängt das auch mit unserer Stärke zusammen. Wenn wir hoffentlich noch stärker werden, werden wir in diesem Bereich ganz andere Maßnahmen in Angriff nehmen. Wir haben die Regierung übernommen. Mein Gott, wie waren in jenen Krankenräumen in den Krankenhäusern, Sie wissen ja. Räume mit zehn oder acht Betten. Auf einem ganzen Stockwerk eine einzige Toilette und Bad, in einem solchen Zustand, dass diejenigen, die diese Räume als Gesunde betreten, sie als Kranke verlassen würden. So war das.

Doch das ändert sich nunmehr. Jetzt haben die Krankenräume nur ein Bett, oder zwei Betten, höchstens drei Betten, und jedes Krankenzimmer hat eine eigene Toilette und ein eigenes Bad. Die Krankenhäuser werden nunmehr so projektiert. Wir sind dabei, schnell auf dieses System zu wechseln. Mit Gottes Hilfe sind wir jetzt dabei, einen neuen Schritt zu tun. Wir werden Gesundheitscitys gründen. Die Pläne werden vorbereitet. Wir beginnen bei den Großstädten und werden das in Richtung der Städte in Anatolien ausbreiten. Und diese Gesundheitscitys werden sehr ungewöhnlich sein und ich hoffe, dass die Versendung unserer Patienten zur Behandlung ins Ausland sehr stark abnehmen wird. Es gibt bereits Menschen, die aus dem Ausland in die Türkei kommen, um bei uns behandelt oder operiert zu werden. Es kommen Leute aus den Niederlanden, aus Österreich, aus England, es hat begonnen.

Unsere Privatkrankenhäuser sind sehr attraktiv, sie werden noch anziehender sein, dieser Zustrom wird zunehmen.Außerdem meine lieben Mitbürger, wir haben einen weiteren Schritt unternommen. Wie Sie wissen, als wir die Verantwortung übernommen hatten, betrug die Inflationsrate jährlich 30 %, doch heute fiel die Inflationsrate auf 8,1 %. Das ist natürlich ein wichtiger Schritt, denn die Inflation ist wie ein Ungeheuer, das leider das Geld in der Tasche des Volkes ununterbrochen auffrisst. Doch hat das jetzt ein Ende gefunden, wir sind bei 8,1. Ende 2006 waren es 8,3 %. Jetzt 8,1 %. Es ist unser Ziel, diese Rate auf 6 oder 5 zu senken.

Wir sind entschlossen, zu Ende dieses Jahres dieses Ziel zu erreichen. Meine lieben Brüder und Schwestern, wissen Sie, wie hoch die Zinsrate war, als wir die Regierung übernahmen? Bitte beachten Sie, auch das ist sehr wichtig. In der Türkei musste sich der Staat zu einem Zinssatz von 68,3 % verschulden. Bei Kreditaufnahme musste der Staat einen Zinssatz von jährlich 68,3 % bezahlen. Wie ist es jetzt? Heute ist dieser Zinssatz auf 15 % gesunken. Schauen Sie mal, wo wir angefangen haben und wo wir angelangt sind. Was passiert nun mit dieser Differenz, Herr Ministerpräsident?

Diese Differenz verbleibt in der Tasche meiner Staatsbürger. Das ist es. Von Zeit zu Zeit erklären einige, dass die Türkei sich sehr verschulden würde. Auch diese Frage will ich beantworten. Es ist richtig, wir nehmen neue Kredite auf. Doch, ich bin Ökonom. Wer das sagt, hat keinen blassen Schimmer von Ökonomie, auch deren Ratgeber beraten sie ganz falsch. Meine werten Brüder und Schwestern. Wissen Sie, wie hoch der Nettoschuldenbestand der öffentlichen Hand, d.h. des Staates, war, als wir die Regierung übernahmen?

Von 100 Lira waren 78,4 % Nettoschulden­bestand der öffentlichen Hand. Wissen Sie, meine lieben Brüder und Schwestern, wo wir jetzt stehen? Gott sei Dank, wir sind bereits unter 40 %. Die genauen Zahlen liegen noch nicht vor, doch ich vermute, dass eine Rate um 39 % plus irgendetwas erreicht werden wird. Sie sehen den Weg, den wir zurückgelegt haben. Wie war das möglich?

Nun, wenn man die Veruntreuungen, die Unterschlagungen, die Aussaugung der Banken abstellt, kann man diesen Punkt erreichen. Schauen Sie, es ist sehr interessant, bevor wir an die Regierung kamen, wurden 22 Banken ausgeraubt und der Bankenaufsicht unterstellt. Doch in unserer Amtszeit wurde keine einzige Bank der Bankenaufsicht unterstellt. Keine einzige. Bemerkenswert auch der folgende Punkt: Obschon sie nicht der Bankenaufsicht unterstellt waren, schrieben alle Banken rote Zahlen. Doch heute stellen sie einerseits Kredite zu niedrigen Zinsen zur Verfügung, andererseits schreiben alle Banken schwarze Zahlen.