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Den Haag:Israelische Sperranlage vor Gericht

Vor dem Internationalen Gerichtshof hat die Anhörung zum Sperrzaun im Westjordanland begonnen. Für Palästinenserpräsident Arafat ist der Bau ein unüberwindbares Hindernis für einen künftigen palästinensischen Staat. Israel sieht darin eine "unabdingbare" Schutzmaßnahme zur Abwehr von Selbstmordattentätern.

Das UN-Gericht wird zunächst entscheiden, ob es sich in der Streitfrage überhaupt zuständig sieht. Die Vollversammlung der UN hatte das Gericht im Dezember angerufen und aufgefordert, die Rechtmäßigkeit der umstrittenen Anlage prüfen zu lassen.

Die israelische Sperranlage im Westjordanland.

(Foto: Foto: AP)

Israel bezeichnet den Zaun als "unabdingbare" Schutzmaßnahme zur Abwehr von Selbstmordattentätern. Die Palästinenser kritisieren dagegen, dass die Anlage zum Teil tief in Palästinensergebiet hineinreiche und somit einer endgültigen Grenzvereinbarung vorgreife.

Palästinenserpräsident Jassir Arafat hat den Bau der Sperranlage als unüberwindbares Hindernis für einen künftigen palästinensischen Staat verurteilt. In einer Rundfunkansprache zum Beginn der Anhörung vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag sagte Arafat am Montag, die israelische "Mauer der Annexion und Expansion" drohe den Palästinensern 58 Prozent des von ihnen beanspruchten Landes zu entziehen.

Die Sperranlage verwandele palästinensische Städte und Flüchtlingslager in Gettos, sagte Arafat. Die Sperranlage "verweigert unserem Volk das Land und die Möglichkeit, einen unabhängigen palästinensischen Staat mit Jerusalem als Hauptstadt zu bilden", sagte er weiter.

Arafat zog eine Parallele zur Berliner Mauer und erklärte: "Die Welt muss das Ausmaß dieser beispiellosen menschlichen Tragödie sehen."

Die Beratungen werden überschattet von einem Selbstmordanschlag, bei dem ein palästinensischer Attentäter am Sonntag in Jerusalem mindestens acht Menschen mit in den Tod riss.

© AFP/dpa
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