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Aufstand im Irak:Heftige Gefechte in Falludscha und Mossul

Trotz des von der irakischen Übergangsregierung verkündeten Endes der Militär-Operation, gehen die Kämpfe in der sunnitischen Stadt weiter. Im Norden des Landes weitet sich inzwischen der Rebellenaufstand aus. Terror-Führer Sarkawi sprach von einer "Schlacht zwischen Islam und Ungläubigen".

Augenzeugen berichten, dass vor allem im Süden Falludschas weiter gekämpft werde. Ein Sprecher der US-Armee in Bagdad sprach von "verbleibenden Widerstandsnestern", die noch zerstört werden müssten. Ansonsten hätten irakische Sicherheitskräfte und das US-Militär die Lage in Falludscha weitgehend unter Kontrolle.

US-Soldat in Falludscha.

(Foto: Foto: dpa)

In den Morgenpredigten zum islamischen Fest am Ende des Ramadan verkündeten sunnitische Geistliche, dass der Widerstand gegen die "Ungläubigen" weitergehe. Ein Sprecher von Scheich Mohammed Baschar Al Faidi, Vorsitzender des Hohen Rates Sunnitischer Geistlicher im Irak, erklärte in einer Moschee in Bagdad, der Widerstand werde sich erst auf Mossul und dann Bakuba konzentrieren.

Im Norden des Irak weitete sich der Widerstand gegen amerikanische und irakische Truppen am Samstag aus. Gefechte und Plünderungen wurden aus in Mossul und Bakuba im Norden sowie aus Howeidscha, 60 Kilometer südwestlich von Kirkuk gemeldet. Die US-Armee erklärte, erste Truppenkontingente würden bereits in den Norden nach Mossul verlegt.

Auch die regulären irakischen Sicherheitskräfte bereiten den Einmarsch in Mossul vor. Man habe Hilferufe von der örtlichen Polizei und mehreren Moscheen bekommen, sagte Ministerpräsident Ijad Allawi. Armee und Polizei würden "Recht und Ordnung wiederherstellen". In Mossul hielten Aufständische die Kontrolle über wichtige Regierungsgebäude und die Straßen.

In Samarra wurde ein Polizist erschossen, als er sein Haus verließ. Bei Kirkuk setzten Unbekannte eine Ölpipeline in Brand. Eine weitere Ölleitung wurde beschädigt.

Unterdessen tauchte in einem Islamisten-Internetforum eine Tonaufnahme auf, auf der angeblich die Stimme des jordanischen Terrordrahtziehers Abu Mussab al-Sarkawi zu hören ist.

Der Mann auf dem Band forderte die Rebellen in Falludscha auf, weiter Widerstand zu leisten. "Das ist eine der entscheidenden Schlachten zwischen dem Islam und den Ungläubigen", heißt es auf dem Band.

© dpa/AFP
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