Auf Reformkurs Sudetendeutsche ändern Vereinszweck

Der lange Streit um die Satzung ist beigelegt: Die Heimat "wiederzugewinnen", ist kein Vereinsziel mehr.

Die Sudetendeutschen haben am Wochenende den monatelangen Streit um ihre Satzung beigelegt. Die Bundesversammlung sprach sich dafür aus, auf den einst festgeschriebenen Vereinszweck zu verzichten, die Heimat der Volksgruppe "wiederzugewinnen", wie die Sudetendeutsche Landsmannschaft mitteilte. Die Änderung der Satzung war bereits vor einem Jahr beschlossen worden. Reformgegner hatten sie aber wegen eines Formfehlers vor Gericht gekippt. Nun bestätigten 72 Prozent der Delegierten die Änderungen erneut. An der Spitze der Sudetendeutschen steht weiterhin der ehemalige, langjährige CSU-Europaabgeordnete Bernd Posselt. Er wurde am Samstagnachmittag in München mit 88 von 100 Stimmen von der Bundesversammlung des Verbandes wiedergewählt. Der 59-jährige Posselt hatte zuvor den unter seiner Führung eingeschlagenen Reformkurs gegen Kritiker verteidigt. Posselt sagte, die Landsmannschaft müsse die nächste Generation für sich gewinnen, zugleich aber das kulturelle Erbe wahren und weiterentwickeln. Auch der Brückenschlag zum tschechischen Volk habe Priorität bei der landsmannschaftlichen Arbeit im 21. Jahrhundert.