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Arabisch:Akademische Titel werden angepasst

Gender / International

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Von Helene Aecherli

Grammatikalisch unterscheidet das Arabische im Singular wie im Plural zwischen Femininum und Maskulinum. So gibt es den Lehrer, al mu'allim, beziehungsweise die Lehrerin, al mu'allima. Mehr noch, das weibliche Geschlecht wird im Singular mit einem orthografischen Hilfszeichen, dem Ta'marbuta, sogar explizit gekennzeichnet. Jenseits der Grammatik dominiert jedoch das Maskulinum, die Sprache spiegelt die tief verankerten Gesellschaftsstrukturen wider. Trotzdem: Diskussionen um linguistische Gendergerechtigkeit sind im Gang. So hält etwa die UNO in ihren kürzlich veröffentlichten Richtlinien zum arabischen Sprachgebrauch fest, dass in Medien und bei Kongressen die männlichen und weiblichen Verb- und Nominalformen benutzt werden sollen. Zudem gehen Journalistinnen und Dozentinnen dazu über, männliche wie weibliche Formen alternierend zu verwenden und explizit auch akademische Titel entsprechend anzupassen. Eine Professorin ist also kein ustad mehr, sondern eine ustada.

© SZ vom 12.05.2021
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