Anschläge auf EU-Organe Sechste Briefbombe gilt britischem EU-Abgeordneten

Die Serie von Anschlägen auf EU-Institutionen und -Politiker geht weiter. Am Montag explodierten zwei Briefbomben, die an den deutschen EU-Abgeordneten Hans-Gert Pöttering und seinen britischen Kollegen Gary Titley gerichtet waren. Personen kamen nicht zu Schaden.

Die explosive Post an den britischen Europaabgeordneten Gary Titley flog in dessen Büro in Manchester in die Luft. Niemand sei dabei verletzt worden, sagte ein Sprecher des EU-Parlaments in Brüssel. Titley gehört als Mitglied der Labour Party im EU-Parlament zur Fraktion der sozialdemokratischen Partei Europa mehr.

Der anonym abgesandte Brief an Pöttering sei im Gebäude des EU-Parlaments in Brüssel explodiert und habe Feuer gefangen, als eine Mitarbeiterin den Umschlag öffnen wollte. Pöttering ist Vorsitzender der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) - der größten politischen Gruppe im Europaparlament.

Eine weitere Briefbombe wurde rechtzeitig entdeckt und entschärft. Sie war an den konservativen spanischen Abgeordneten Jose Ignacio Salafranca adressiert. Eine vierte verdächtige Sendung stellte sich nach EU-Angaben offenbar als Fehlalarm heraus.

Parlamentssprecher Jaume Duch sagte, die gefährlichen Umschläge seien wie vier früher entdeckte Briefbomben an EU-Institutionen vor Weihnachten in der italienischen Stadt Bologna aufgegeben worden und hätten etwa die Größe einer Videokassette gehabt. Ihr feuergefährlicher Inhalt sei trotz Kontrollen der eingehenden Post mit Röntgengeräten nicht entdeckt worden.

Ähnliche Umschläge hatten kürzlich auch EU-Kommissionspräsident Romano Prodi und der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, sowie die EU-Einrichtungen Europol und Eurojust in Den Haag erhalten. In zwei Fällen bekannte sich eine Organisation namens Vereinigung Informeller Anarchisten zum Versand der Briefbomben. Die Polizei vermutet, dass es sich in allen Fällen um diese Täter handelt.